Kriminalität

Auch im Kreis Wesel beginnt für Taschendiebe die Hochsaison

Die Polizei startete am Mittwoch im Hanns-Dieter-Hüsch-Haus in Moers ihre Info-Kampagne zu den Tricks von  Taschendieben. Im Bild (von links) Bürgerrgermeister Christoph Fleischhauer, Kripochef Roland Wolff, Konnissariatsleiter Frank Postfeld, Bernhard Kuinke, Wolfgang Clanzett, Jörg Hackstein und Michael Kootz-Landers.

Die Polizei startete am Mittwoch im Hanns-Dieter-Hüsch-Haus in Moers ihre Info-Kampagne zu den Tricks von Taschendieben. Im Bild (von links) Bürgerrgermeister Christoph Fleischhauer, Kripochef Roland Wolff, Konnissariatsleiter Frank Postfeld, Bernhard Kuinke, Wolfgang Clanzett, Jörg Hackstein und Michael Kootz-Landers.

Foto: Erwin Pottgiesser

Moers/Kreis Wesel.   Die Polizei startet eine Infokampagne zu den Tricks der Taschendiebe. Sie hat allerdings auch eine überraschend gute Nachricht.

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„Das kann mir nicht passieren“, ist einer der meist gehörten Sätze beim Kriminalkommissariat für Vorbeugung und Opferschutz in Wesel, wenn die Beamten Bürger auf Gefahren durch Diebe und Trickbetrüger aufmerksam machen. Aber es passiert doch immer wieder: Portemonnaie oder Handy sind futsch, niemand hat etwas bemerkt. Für Taschendiebe beginnt jetzt die Hochsaison. Auf Weihnachtsmärkten und anderen Events sind die Langfinger besonders aktiv. Da wollen die Fachleute von der Kreispolizeibehörde Wesel für Aufklärung sorgen. Gestern standen sie im Foyer des Hanns-Dieter-Hüsch-Zentrums und verteilten Infos.

Eine gute Nachricht brachte Kommissariatsleiter Frank Postfeld mit: „Glücklicherweise ist die Zahl der Delikte stark gesunken, von kreisweit 399 Fällen in 2016 (Januar bis September) auf 199 Fälle im gleichen Zeitraum 2018. Doch allein in Moers verzeichnete man in 2018 bis jetzt 60 Fälle. Der Rückgang sei, so Kripo-Chef Roland Wolff, wohl vor allem auf die Aufklärung und den verstärkten Einsatz von Streifen- und Zivilbeamten zurückzuführen.

„Augen auf und Tasche zu!“

Die Aktion vom Mittwoch sei Auftakt der landesweiten Kampagne gegen Taschendiebe „Augen auf und Tasche zu! Langfinger sind immer unterwegs“, sagt Wolfgang Clanzett von der Kreispolizeibehörde. Noch bis zum 13. November seien die Aufklärer der Polizei unterwegs im Kreisgebiet.

Klar, Wolfgang Clanzett ist kein Meisterdieb. Aber zwecks Demonstration, wie leicht es Diebe haben, langt er doch gern mal bei Aufklärungsveranstaltungen zu. Wie jetzt bei dem Presservertreter am Infostand, dem plötzlich das Handy fehlt. Der Fachmann grinst und reicht es ‘rüber. „Ich werde es künftig nicht mehr in der Gesäßtasche tragen“, gelobt der „Bestohlene“ Besserung.

Spezialisierte Banden

Vor allem Banden aus dem europäischen Ausland wie beispielsweise aus Italien, dem Osten aber auch aus Holland hätten sich auf Taschendiebstahl spezialisiert, sagt Wolff. Und Clanzett ergänzt: „Die gehen mit mehreren Komplizen vor. Einer lenkt das Opfer durch Anrempeln oder Bekleckern ab, der andere zieht das Portemonnaie oder die Tasche heraus, der dritte schafft die Beute weg.“ Das alles gehe blitzschnell. Handys, die offen auf einem Kneipentisch lägen, seien ebenfalls beliebte Beute. „Der Täter verdeckt es mit einem Zettel oder ähnlichem, und weg ist es.“

Auch Bürgermeister Christoph Fleischhauer schaute vorbei und dankte der Polizei für die Aktion. „Uns wurde einmal in Italien eine gottlob leere Tasche gestohlen. Aber allein der Gedanke, man sei bestohlen worden, ist unerträglich“, weiß er zu berichten.

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