Sozialer Wohnungsbau

Auch in Moers gibt es immer weniger Sozialwohnungen

Im Mai 2017 war Richtfest an der Cecilienstraße 40a. Die Wohnungsbau Stadt Moers baut hier 12 sozial geförderte Wohnungen mit insgesamt rund 652 Quadratmetern Wohnfläche.

Im Mai 2017 war Richtfest an der Cecilienstraße 40a. Die Wohnungsbau Stadt Moers baut hier 12 sozial geförderte Wohnungen mit insgesamt rund 652 Quadratmetern Wohnfläche.

Foto: Volker Herold

Moers.   In den vergangenen neun Jahren ist die Zahl der Sozialwohnungen deutlich gesunken. Das Bündnis für Moers will dem Trend entgegensteuern.

In Moers gibt es immer weniger Sozialwohnungen. In den vergangenen neun Jahren ist die Zahl um 3026 auf jetzt 4191 gesunken (siehe Grafik). Das Bündnis für Moers (SPD, Grüne, Grafschafter) hat bereits Gegenmaßnahmen ergriffen.

Für sozial schwache Menschen wird der Wohnraum knapp. Diese bundesweite Tendenz gilt auch für Moers. Legt man die Zahlen zugrunde, die die Stadt auf NRZ-Anfrage mitteilte, ist die Zahl der Sozialwohnungen in nur neun Jahren um 42 Prozent gesunken.

Ähnlich ist die Situation bei zwei großen Wohnungsanbietern der Stadt. Auch Vivawest und die Wohnungsbau Stadt Moers verzeichnen deutlich weniger Sozialwohnungen als noch vor neun Jahren (siehe Grafik). Für den Rückgang im sozialen Wohnungsbau gibt es Gründe.

Zu wenige neue Wohnungen

Vivawest-Pressesprecherin Dr. Marie Mense: „Mit den Jahren laufen die preislichen Bindungen der Objekte aus. Das ist branchenweit der Fall.“ Roland Rösch, Geschäftsführer der Wohnungsbau Stadt Moers: „Ursache für den Engpass ist, dass einfach über viele Jahre hinweg bei weitem zu wenig Wohnungen neu errichtet wurden. Dies ist sicherlich auf hohe Baukosten zurückzuführen.“

Für den stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Hartmut Hohmann spielen die Kosten für die Unterkunft, die der Kreis bei Menschen erstattet, die ihre Miete nicht selbst zahlen können, ein große Rolle: „Die anerkennungsfähigen Kosten sinken.“ Allerdings sieht Hohmann die Schuld weniger beim Kreis: „Bund und Land haben den sozialen Wohnungsbau vernachlässigt, wobei die Länder am Tropf des Bundes hängen. Private Investoren haben sich zurückgezogen.“

Ein Silberstreif am Horizont

Für Hohmann ist wichtig, dass sozialer Wohnungsbau Teil des gesamten Wohnungsbaus ist. So habe das Bündnis für Moers bereits erreicht, dass etwa beim geplanten Neubaugebiet an der Teutonenstraße und auch auf der Horten-Brache an der Homberger Straße sozial verträgliche Wohnungen angeboten werden. Über eine Quote müsse man sich im Bündnis aber noch verständigen.

Roland Rösch: „An der Cecilienstraße entstehen zwölf neue Sozialwohnungen und auch das zunächst für Flüchtlinge geplante Haus an der Niephauser Straße steht für sozialen Wohnungsbau zu Verfügung.“ Einen Silberstreif am Horizont erkennt Rösch auch: „Das Land NRW hat die Förderkonditionen 2015 mit der Gewährung von Tilgungszuschüssen für Darlehen deutlich verbessert.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben