Senioren

Awo und Caritas arbeiten in Moers Hand in Hand

Iris Kuhlisch (links) von der Arbeiterwohlfahrt und Ricarda Ophoven von der Caritas schütteln sich zum Start des gemeinsamen Senioren- Begegnungs- und Beratungszentrums an der Waldenburger Straße die Hände.

Iris Kuhlisch (links) von der Arbeiterwohlfahrt und Ricarda Ophoven von der Caritas schütteln sich zum Start des gemeinsamen Senioren- Begegnungs- und Beratungszentrums an der Waldenburger Straße die Hände.

Foto: Arnulf Stoffel

Moers.   Die beiden Sozialverbände betreiben künftig das Hermann und Wilhelmine-Runge-Haus gemeinsam. Es soll mehr werden als eine Altenbegegnungsstätte.

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Das gab’s noch nicht und wäre bis vor nicht allzu langer Zeit wohl auch undenkbar gewesen: Die Caritas und die Arbeiterwohlfahrt betreiben künftig eine Altentagesstätte gemeinsam. Konkret geht es um die Einrichtung an der Waldenburger Straße 5 in Eick-West, die ab 1. August unter dem Namen Senioren-Begegnungs- und Beratungszentrum firmieren wird.

Das Hermann und Wilhelmine-Runge-Haus der Awo besteht seit 1984 und ist ein Fixpunkt im Quartier. Seniorinnen und Senioren treffen sich dort zum Klönen, Singen und Internet-Surfen, zu Spielen, Kaffee und Kuchen und Jahreszeitenfesten. „Daran wird sich nichts ändern“, versichert Iris Kuhlisch von der Awo, die das Haus leitet.

Neu: Beratung und Begleitung

Neu dazu kommt ein Beratungsbereich. Er ist das Ergebnis aus dem dreijährigen Projekt Entwicklung eines altengerechten Stadtquartiers, bei dem die Stadt die Caritas mit ins Boot geholt hatte. Ende Juli läuft das Programm aus – und lebt im Runge-Haus weiter. Tanja Reckers von der Caritas wird während der üblichen Öffnungszeiten – 20 Stunden von montags bis freitags – dort sein und Beratung und Begleitung in unterschiedlichster Form anbieten. An wen kann ich mich wenden, wenn ich meine Wohnung barrierefrei gestalten will? Wer hilft, wenn der Einkauf beschwerlich wird? Wie komme ich an einen Pflegedienst? Es gehe auch darum, die Besucherinnen und Besucher zu aktivieren, etwa ehrenamtlich tätig zu werden und Neues kennen zu lernen.

Awo und Caritas haben sich mit der Kooperation vorgenommen, eine quartiersbezogene Versorgung der Menschen zu erreichen und ein altengerechteres Umfeld zu schaffen. Dabei wollen sie nach Möglichkeit alle Altersgruppen ansprechen und nicht zuletzt alte Migranten.

Kooperation gilt als Weg der Zukunft

Die Zusammenarbeit von Awo und Caritas auf dieser Ebene dürfte, wenn es sie denn überhaupt gibt, selten sein, im Kreis Wesel ist es definitiv eine Premiere. Die Herkunft der Verbände – der eine aus der Arbeiterbewegung, der andere aus der Katholischen Kirche – ist eben denkbar verschieden. Doch beide Verbände hätten auch ähnliche Probleme: „Finanziell und personell sind uns die gleichen Grenzen gesetzt“, sagt Günther Rehn von der Awo. Die Kooperation hält er „für den Weg der Zukunft“.

Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik setzen in die Partnerschaft in Eick-West große Hoffnung. Der Betrieb wird durch die Bezuschussung laufender pauschaler Betriebs- und Sachkosten abgesichert. Die Kooperation stößt zudem außerhalb von Moers auf Interesse, so Kornelia Jordan von der Leitstelle Älterwerden.

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