Niederrheinbahn

Bahn: Nur die Strecke Neukirchen-Vluyn – Duisburg macht Sinn

Die Neukirchen-Vluyner gucken neidisch nach Kamp-Lintfort, wo die Pläne schon weiter sind.

Die Neukirchen-Vluyner gucken neidisch nach Kamp-Lintfort, wo die Pläne schon weiter sind.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  Die Stadt Neukirchen-Vluyn soll jetzt Gespräche mit den Nachbarkommunen, dem Kreis, der Niag und dem VRR führen. Die große Lösung wird angepeilt.

Die Reaktivierung der Niederrheinbahn bleibt im Fokus, die Anbindung nach Duisburg zunächst ein Ziel. Am Mittwoch hat der Fachausschuss darüber diskutiert. Schon im Vorfeld war es zu Zerwürfnissen zwischen der SPD und der Stadt gekommen. Die Sozialdemokraten hatten – wie berichtet – hinterfragt, ob die Stadt genug getan habe, um das Thema voranzutreiben.

Der Streit fand im Ausschuss seine Fortsetzung. Einig wurden sich die Beteiligten in ihren Ansichten über den bisherigen Verlauf nicht. Gleichwohl wurde eine Entscheidung getroffen. Nunmehr lag der Schlussbericht der Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Bahn auf dem Tisch. Die Damen und Herren aus der Politik hatten über das weitere Vorgehen zu befinden.

Der erteilte Auftrag ist klar: Die Verwaltung soll jetzt die Ergebnisse der Studie mit den betroffenen Nachbarkommunen, mit dem Kreis Wesel, der Niag und mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr erörtern.

Der erste Schritt sei die Priorisierung des Vorhabens gewesen, sagte Günter Zeller (SPD), der zweite sei die Machbarkeitsstudie. „Jetzt muss der dritte Schritt folgen: die Wirtschaftlichkeitsprüfung.“ Aus Sicht des Technischen Beigeordneten Ulrich Geilmann heißt das Weitermachen, dass man sich mit einer großen Lösung auseinandersetze.

In ihrer Studie hat die TÜV Rheinland InterTraffic GmbH verschiedene Planfälle durchgespielt, die von einer Anbindung von Neukirchen-Vluyn nach Moers im 60-Minuten-Takt bis zur Anbindung nach Duisburg im 30-Minuten-Takt reichen.

Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass eine Anbindung nach Duisburg unbedingt erforderlich sei. Ein Pendelverkehr nur nach Moers verspreche „keine ausreichende Attraktivitätssteigerung“ und sei wirtschaftlich nicht darstellbar. Es ist demnach von hohen Kosten für die Infrastruktur auszugehen. Um diese abschließend zu ermitteln, sei eine vollständige Standardisierte Bewertung notwendig.

An anderer Stelle in der Studie sind je nach Ausführung Kosten zwischen 21,5 Mio. Euro bis 38,5 Mio. Euro aufgeführt. Allein die Anbindung zum Bahnhof Moers mittels einer Eisenbahnüberführung würde demnach rund 15 Mio. Euro kosten. Der Personenverkehr auf der Strecke wurde 1968 eingestellt.

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