Comedy Arts Festival

Beim Comedy Arts in Moers rockt die Piccolo-Flöte die Halle

Das ist wahrer Rock’n’Roll: Wildes Holz macht die Zuschauer wild.

Foto: DIANA ROOS

Das ist wahrer Rock’n’Roll: Wildes Holz macht die Zuschauer wild. Foto: DIANA ROOS

Moers.   Stoppok und Artgenossen beendeten das 41. Comedy Arts Festival: Zuschauer feierten einen runden und kurzweiligen Abend mit stehendem Applaus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ihr Kind will Rockstar werden? Prima, schenken Sie ihm eine Blockflöte. Denn damit geht die Post so richtig ab. Jedenfalls, wenn man es so macht wie Wildes Holz. In der unplugged-Besetzung geschrammelter Kontrabass, Piccolo-Flöte und Akustik-Gitarre kauften die drei Musiker ihren verstärkten Kollegen beinahe den Schneid in Sachen Rock’n’Roll ab.

Rhythmus, bei dem man mit muss, fanden auch die mit den Füßen wippenden und mitsingenden Zuhörer in der Enni Eventhalle am Sonntag, und feierten Wildes Holz wie Popstars. Und rhythmisch küssen können sie auch, die Moerser, für den Song Kiss Kiss von Tarkan Simarik.

Stoppok schon mit zehn Jahren beim Comedy Arts?

Es war der letzte Abend des Comedy Arts Festivals und Gitarrist Stoppok, von dem wir nun wissen, dass er Dinge gerne vor sich her schiebt und dann nach 14 Tagen einfach entsorgt, hatte eingeladen. Stoppok und Artgenossen nannte sich das Programm. Der Essener Musiker soll zu seinem eigenen großen Erstaunen schon im Jahre 1979 beim Comedy Arts im Schlosshof aufgetreten sein: „Da muss ich zehn gewesen sein.“ Er versuchte vergeblich, die Zuschauer davon zu überzeugen, dass sein erstes Gitarrenriff auch in einem kleinen Dorf in 4000 Metern Höhe in Nepal bekannt ist. Aber gerne zugehört haben sie ihm trotzdem bei seinen Spinnereien.

Der Pianist Sebastian Krämer schmachtete in bester Cabaret-Manier über das 10-Teile-Puzzle seines Sohnes, das er lösen muss und deshalb zu nix anderem kommt – etwa Steuererklärung machen, oder so. Und die beste Stimmung haut er gleich in die Tonne mit einem Stimmungslied: „Da fehlt noch Salz am Honigkuchenpferd“.

Ein Mensch aus einem ganz anderen Kulturkreis

Es folgte der „Exot“, ein „Mensch aus einem ganz anderen Kulturkreis“: der Stuttgarter Michael Gaedt, früher „Kleine Tierschau“, heute vielen auch bekannt als „Schrotti“ in der Soko Stuttgart. Ein bisschen Bastler steckt wohl tatsächlich in dem Kerl: Er hatte so was Existenzielles wie eine Turbanwickel-Maschine mitgebracht und am lebenden und anschließend leicht schwindeligen Objekt vorgeführt. Und auf die Idee zur Melodie von „I was made for loving you“ von einem Damenbart zu schwärmen, muss man erstmal kommen.

Die Abteilung „Haltung“ vertraten Simon und Jan. Die beiden Youngster balancieren mit viel Drama auf einem schmalen Grad zwischen Betroffenheits-Lyrik und frischer Satire. Großartig, diese Barden.

Zum großen Finale eines großen Abends riss es dann die Zuschauer noch einmal von den Stühlen. Um die heftigst eingeforderte Zugabe kamen die Künstler nicht ‘rum.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik