Moersquake

Beim Moersquake hat das Bollwerk 107 die Zeit zurückgedreht

Die Formation Black Raven.

Die Formation Black Raven.

Foto: Arnulf Stoffel

Moers.   Am Wochenende hat das Bollwerk 107 in Moers zum großen Moersquake eingeladen. Dabei gab’s schöne Oldtimer zu sehen – und tolle Musik zu hören.

Große Oldtimer, lässige Lederjacken, karierte Hemden und Petticoats: Am Wochenende hat sich das Bollwerk ganz zeitverwandelt gezeigt. Bereits zum achten Mal hat das Bollwerk-Team zum Rockabilly Moersquake eingeladen. Das englische Wort „Quake“ bedeutet übersetzt „Beben“. Und in der Tat: Das Bollwerk bebte im Viervierteltakt der 50er und 60er Jahre. Bevor richtig gerockt wurde, konnte man sich lässig im Cadillac-Autositz zurücklehnen.

Auf dem Parkplatz vor dem Bollwerk präsentierten Nostalgie-Fans aus ganz Deutschland ihre stilecht hochglanzpolierten Oldtimer. Vom Käfer Cabrio über den Lancia Aurelia bis zum Plymouth war alles dabei, was Rocker-Herzen höher schlagen lässt.

Am Abend stand die Musik im Mittelpunkt. Namhafte Rockabilly-Bands aus Deutschland und ganz Europa sind nach Moers gekommen. Begleitet wurden sie von ihren Fans, die in großer Zahl aus dem Ausland angereist waren, um das Moersquake zu besuchen.

Es gibt einen imposanten Start

Den imposanten Start machten am Freitagabend „The Reno Brothers“ aus den Niederlanden, gefolgt von der englischen Band „Crazy Cavan and the Rhythm Rockers“. Am Samstagabend füllte sich die Konzerthalle auf rasante Weise. Kein Wunder, allein das Line-Up las sich wie eine Hommage an die Legenden des Genres Rockabilly.

Ganz atmosphärisch ging es in der Bollwerk-Kneipe los. Schnell waren alle Sitzecken gefüllt, als die Band „The WyattChristmas Five“ ihr rhythmisches Spiel begann.

Das Besondere: Martina Jansen spielte Piano und zeigte, wie cool intensiver Rockabilly im Swing-Gewand klingt.

Musiker vereinen White Rock und Wild Rockabilly

Als die Dämmerung einsetzte, standen „Earl and the Overtones“ auf der Bühne. Die vier Musiker aus Frankreich vereinten White Rock und Wild Rockabilly. Schwingendes Mikrofon, Elvis-Haartolle und griffigen Gitarrensound brachten die Düsseldorfer „Black Raven“ auf die Bühne.

Lieder wie „That’s Rock’n’Roll“ und „Love’s a River“ zeigten, dass Rockabilly sowohl hart, als auch ganz lyrisch daherkommt. Vor Mitternacht betraten „Royal Flush“ aus der Schweiz die Bühne. Ganz locker und sogar liegend spielten die drei Musiker auf dem Schlagzeug, dem Kontrabass und ihren Gitarren. Mit „Graham Fenton and the Jungle Tigers“ kamen alte Hasen auf die Bühne. Die 1988 in Frankfurt gegründete Band heizte dem Publikum kräftig ein.

„Darauf freue ich mich besonders“, sagte Dirk „Tessy“ Teske vor dem Auftritt. An seinem meterlangen Stand vor dem Konzertraum bot er Schallplatten aus den 50er und 60er Jahren an. Was Rockabilly für ihn bedeutet? Teske überlegte nicht lange: „Rockabilly ist ein Lebensgefühl.“ Genau dieses Lebensgefühl hat das Rockabilly Moersquake fest etabliert und erneut bewiesen, dass Musik über alle Grenzen hinweg verbindet.

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