Soziales Engagement

Bezahlbare Wohnungen werden auch in Kamp-Lintfort rar

Wohnungsberater Bodo Spinnraths, René Schneider, Dienststellenleiterin Elke Stüning und der Leiter der sozialen Dienste, Jürgen Voß (v.l.) sprechen über die Wohnungsnot.

Wohnungsberater Bodo Spinnraths, René Schneider, Dienststellenleiterin Elke Stüning und der Leiter der sozialen Dienste, Jürgen Voß (v.l.) sprechen über die Wohnungsnot.

Foto: Volker Herold

Kamp-Lintfort.   René Schneider (MdL, SPD) sprach mit Vertretern der Grafschafter Diakonie über die Lage auf dem Markt. Die Entwicklung ist problematisch.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ums Thema Wohnen, Obdächer, teure Mieten und die Wohnungssituation ging es beim Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider in den Räumen der Diakonie an der Friedrich-Heinrich-Allee 20. Der Start seiner Sommertour, die unter dem Titel „Wo wir zuhause sind“ steht, sei bewusst gewählt: „Ich bekomme oft zu hören, dass es in der Stadt keinen bezahlbaren Wohnraum gebe“, sagte Schneider.

Ein neues Zuhause gegeben

Was beispielsweise die ehemaligen drei Weißen Riesen angehe, habe die Diakonie geholfen, für die Menschen ein neues Zuhause zu finden, erklärte Schneider. Wie die Lage generell in der Stadt aussehe, dazu äußerten sich Dienststellenleiterin Elke Stüning und Bodo Spinnraths von der Wohnungshilfe der Diakonie.

Leer stehen inzwischen auch die „Bunten Riesen“, nur an der Wilhelmstraße 28 gebe es noch acht Mietparteien, für die man jedoch bis zum Jahresende auch Wohnungen gefunden haben werde. Was nicht immer leicht sei. Trotzdem aber habe es auch Vorteile, wenn die Diakonie bei Vermietern nach Wohnungen für Leistungsempfänger anfrage. Man wisse offensichtlich, dass die Diakonie sich um die Mieter kümmere, wenn’s mal irgendwo haken sollte, berichtet Elke Stüning.

Mieten steigen mit jeder energetischen Sanierung

Probleme gebe es weniger mit Wohnraum für die übliche vierköpfige Familie. Tatsächlich aber seien Mieten für Menschen mit kleinem Gelbeutel oft nicht mehr erschwinglich. Mit jeder energetischen Sanierung steige die Kaltmiete. Was oft mit einer Umzugsanordnung der Behörde einhergehe. „Solche Wohnungen sind für uns dann nicht mehr nutzbar,“ bedauert Spinnraths.

Stüning gibt zu bedenken: „Im Zuge der Sanierung sinken aber die Heizkosten.“ Dies sei dem Kreis als Leistungsträger aber nur schwer zu vermitteln. „Wir sind in Gesprächen, dass künftig die Warmmiete angerechnet wird. Was ja viel mehr Sinn ergibt.“

Nicht jeder kann hohe Kautionen zahlen

Hier sei man auf einem guten Weg, gibt Stüning sich optimistisch. „Denn wir bekommen kaum noch Wohnungen, die für den Kreis im passenden Preissegment liegen.“ Die Mieten stiegen schneller, als der Kreis reagieren könne. Immer häufiger drohe Wohnungslosigkeit. „Und nicht jeder kann hohe Kautionen bezahlen“, weiß Spinnraths.

Vor allem die Vorbeugung vor Obdachlosigkeit sei daher wichtig, sagen die zwei Experten. Und bis auf die acht Insassen des Obdaches am Anfang der Moerser Straße nahe der Autobahnabfahrt gebe es keine Obdächer mehr in der Stadt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben