Kunstausstellung

Bronze-Skulpturen im Gewölbekeller Kloster Kamp

Hannes Helmkes „Sitzende“, jeder auf seine Art ganz verschieden.

Foto: Heiko Kempken

Hannes Helmkes „Sitzende“, jeder auf seine Art ganz verschieden. Foto: Heiko Kempken

Kamp-Lintfort.   Hannes Helmke stellt in Kamp-Lintfort aus. Seine Bronze-Plastiken zeigen extrem dünne Gestalten. Dafür gibt es einen bestimmten Grund.

Seine Skulpturen stehen nicht nur auf Spiekeroog, wo er stets im Sommer seine Ideen entwickelt. Hannes Helmke (50) hat sich bis über die Grenzen des Landes einen Namen als Bildhauer gemacht. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – kommt er jetzt in den kleinen, aber feinen Gewölbekeller Kloster Kamp, um seine Objekte auszustellen. Kontakt gab es bereits vor ein paar Jahren zur Galerie Schürmann mit Andreas Verfürth, der sich auch jetzt in Zusammenarbeit mit dem Geistlichen und Kulturellen Zentrum um die Ausstellung kümmert.

„Das hier ist ein toller Raum“, lobt Helmke. Seine Skulpturen stünden ohnehin im verschiedensten Kontext bei den Sammlern. Zehn große und acht seiner kleinen Arbeiten sind jetzt vom 21. Januar bis zum 26. März in dem alt-ehrwürdigen Gemäuer zu sehen.

Der Mensch reduziert auf das Minimale

„Bei mir steht der Mensch im Fokus, reduziert in seiner Gestalt auf das Minimale.“ Typisch für seine Arbeiten sind daher schmale Gestalten mit ebenso schlanken Gliedmaßen, jedoch mit übergroßen Füßen und Händen. „Die Füße symbolisieren die Standfestigkeit, die Erdverbundenheit und Emotionalität des Menschen.“ Die großen Hände dagegen stünden für das Handeln des Menschen. Wie beispielsweise bei dem „Himmelstänzer“, der, seine Arme weit öffnend, schlank und grazil durch den Raum zu schweben scheint, die großen Hände einladend ausgebreitet.

Die emotionale Nähe zu seinem Lieblingsort Spiekeroog und der rauen Nordsee ließ den Künstler auch über vier Meter hohe Skulpturen schaffen, wie beispielsweise den „Wattkieker“ oder den „Utkieker“, die beide auf der Insel in offener Landschaft stehen.

Gerade durch ihre feinen Gestalten entwickeln die Figuren des Künstlers viel Emotionalität. Da ist beispielsweise „Die Schüchterne“, der man ihre Scheu tatsächlich ansieht. „Der Denker“ steht still und ganz in sich gekehrt. Wie sehr Helmke es versteht, seinen Skulpturen Körpersprache zu verleihen, zeigen auch die beiden „Sitzenden“, die mit jeweils anderer Gestik eine ganz andere Aussage vermitteln.

Vielfältige Arbeitsgänge

Die Entstehung der Plastiken Helmkes ist sehr aufwändig. Von der ersten Skizze über die kleinen ersten Bronzemodelle bis hin zur großen Bronzeskulptur gibt es vielfältige Arbeitsgänge. Wobei der Kölner Künstler seit längerem schon mit einer speziellen Kölner Gießerei zusammenarbeitet.

Typisch auch für Helmkes Arbeiten ist die raue Oberfläche der Objekte. Sie erinnert eher an grobe Schuppen als an glatte Haut – auch das soll das Innerste des Menschen zum Betrachter transportieren. „Es geht mir um die einfachen Empfindungen“, bekundet er.

Figuren rückten nach dem Studium in den Fokus

Menschen hätten ihn immer schon interessiert. Schon als Jugendlicher habe er Figuren gezeichnet. Zwischenzeitlich sei dieses Thema verschwunden, aber nach dem Studium wieder dauerhaft aufgetaucht. Das Motiv der langen, großen Abendschatten habe ihn dann zu seinen schmalen, minimalistischen Formen geführt. „Der Mensch soll ganz auf sich reduziert sein. Ich verzichte bei den Skulpturen daher auch bewusst auf modische Kleidung oder Frisuren. Meine Figuren sollen zeitlos sein.“

Hannes Helmke stellt demnächst wieder auf Kunstmessen wie in Karlsruhe, Bingen, Berlin und Köln aus. Seine Plastiken im Gewölbekeller sind auch käuflich zu erwerben.

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