Bürger kämpfen weiter gegen Hochspannung

Moers.   Seit fast vier Jahren kämpft die Bürgerinitiative „Moers unter Hochspannung“ gegen den Ausbau der 380 Kilovolt (KV) starken Hochspannungsleitung im Moerser Norden und des Umspannwerkes in Utfort. Am Dienstag berichtete der Vorstand der Initiative auf einer Informationsveranstaltung in der Aula der Regenbogenschule in Meerfeld über die bisherigen Aktivitäten des Vereins und die aktuelle Situation.

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Seit fast vier Jahren kämpft die Bürgerinitiative „Moers unter Hochspannung“ gegen den Ausbau der 380 Kilovolt (KV) starken Hochspannungsleitung im Moerser Norden und des Umspannwerkes in Utfort. Am Dienstag berichtete der Vorstand der Initiative auf einer Informationsveranstaltung in der Aula der Regenbogenschule in Meerfeld über die bisherigen Aktivitäten des Vereins und die aktuelle Situation.

Ein Bericht, der immerhin fast 50 mehr oder weniger betroffenen Anwohner offenbar brennend interessierte. Während die Pläne des Stromnetzbetreibers Amprion einige Zeit auf Eis lagen, kommt jetzt wieder Bewegung in das höchst umstrittene Vorhaben: Bis Ende des Jahres soll das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen und bis 2022 das Projekt umgesetzt sein. Laut Bürgerinitiative sollen die Kapazität der bisherigen 389 KV-Leitung deutlich erhöht, die daneben verlaufende 220 KV-Leitung ebenfalls auf 380 KV aufgerüstet und die Leistung des Umspannwerkes entsprechend angepasst werden: „Die Leitungstrasse führt durch ein Kleingartengelände und ein geschlossenes Wohngebiet, sie überspannt das Gebäude und den Hof der Regenbogen-Grundschule und grenzt an die Kita Bauklötzchen. Diese Hochspannung führt zu einer nicht unerheblichen Gesundheitsgefährdung der Kinder, die täglich bis zu neun Stunden der elektrischen und elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt sind“, erläuterte Vorsitzender Helmut Breitfeld die derzeitige Situation, die durch den Ausbau noch deutlich verschärft werde. Was das Umspannwerk angehe, so sei vor allem der „weit über dem zulässigen Wert“ liegende Lärm eine nicht tolerierbare Belästigung für die Anwohner. Die Forderungen der Bürgerinitiative sind deshalb: Demontage der alten Freileitungen und deren Einbeziehung in die ebenfalls bereits vorgesehene Erdkabel-Stromtrasse: „Obwohl es inzwischen die laut Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) bevorzugte Planung eines weitgehend parallel verlaufenden Erdkabels gibt, hält Amprion – für uns unverständlich – am Ausbau der alten Freileitungstrasse fest“, kritisierte Vorstandsmitglied Bernhard Schellen. Auch das Umspannwerk in Moers sei nach Inbetriebnahme des neuen Werks in Krefeld-Osterath überflüssig und deshalb abzubauen.

Im Übrigen sei bei allem eine frühe und gut informierte Bürgerbeteiligung unabdingbar. Eine stärkere Mobilisierung der Öffentlichkeit und möglichst viele fundierte Einwendungen beim kommenden Planfeststellungsverfahren stehen deshalb ganz oben auf dem „unter Hochspannung“ diskutierten Initiative-Programm.

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