Soziales

Bunter Tisch in Moers braucht 50 000 Euro im Jahr mehr

Zieht bald an der Kornstraße aus: Der Bunte Tisch.

Foto: Volker Herold

Zieht bald an der Kornstraße aus: Der Bunte Tisch. Foto: Volker Herold

Moers.   Stadtverwaltung sieht den Vereins bei aktueller finanzieller Ausstattung gefährdet. Die hohe Fluktuation an Mitarbeitern hat einen Grund.

Der Bunte Tisch soll ab 2018 für fünf Jahre mit 80 000 Euro jährlich gefördert werden. Bisher liegt die Förderung bei 30 000 Euro jährlich. Von dem Geld sollen vor allem professionelle Arbeitsstrukturen geschaffen werden, wie der 1. Vorstandsvorsitzende Amar Azzoug am Montag auf NRZ-Anfrage mitteilte.

„Der Bunte Tisch wird im kommenden Jahr 25 Jahre alt. Seit zehn Jahren werden wir immer wieder vertröstet, wenn es um mehr Geld geht. Wir können so nicht weitermachen“, so Azzoug. Konkret geht es um die Einrichtung einer Vollzeitstelle für einen hauptamtlichen Geschäftsführer und eine halbe Stelle für einen Projektleiter. So soll der Bunte Tisch organisatorisch nachhaltiger arbeiten können.

Schwerpunkt liegt auf Flüchtlingsarbeit

Azzoug hatte den Bunten Tisch 1993 gegründet, um das Verständnis der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in der Stadt zu fördern. Ein

Schwerpunkt liegt, nicht erst seit dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung 2015, auf der Arbeit mit geflüchteten Menschen. Doch er und seine meist geringfügig beschäftigten Helfer stoßen mit der finanziellen Ausstattung bisher schnell an Grenzen: „In den fast 25 Jahren musste ich sieben Teams neu einarbeiten. Viele springen irgendwann ab, weil sie keine Perspektive mehr sehen.“ Die Stadtverwaltung schätzt die Situation so ein: „Der Bunte Tisch kann ab 2018 seine Arbeit mit der bisherigen Finanzausstattung nicht aufrechterhalten und wäre im schlimmsten Fall gezwungen, eine Auflösung des Vereins herbeizuführen.“

Umzug in ehemalige Grundschule mit neuem Konzept

Der Bunte Tisch soll zusammen mit dem Stadtsportverband Ende kommenden Jahres in die ehemalige Grundschule an die Asberger Straße ziehen (NRZ berichtete). Das Gebäude soll bis zum vierten Quartal 2018 für 1,5 Millionen Euro zum Haus der interkulturellen Begegnung umgebaut werden.

Für die Arbeit des Bunten Tisches an neuer Stelle haben Azzoug und sein Team ein Konzept vorgelegt. Vorgesehen sind etwa ein Bistro, Angebote für verschiedene Gruppen und Netzwerkarbeit im Stadtteil. Der Schwerpunkt soll auch künftig auf der Flüchtlingsarbeit liegen.

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