Kleinkunst

Christian Behrens’ kleine Welten in der großen Moerser Halle

Foto: Heike Cervellera

Moers.   Tolle Premiere für den Niederrheindichter in der Eventhalle. Das neue Programm ist gespickt mit Lyrik sowie Musik und hat einen passenden Namen.

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Der Kleinkünstler und Heimatdichter Christian Behrens versteht es, Mensch und Natur am Niederrhein ins Rampenlicht zu rücken und dabei dem ehrlichen, niederrheinischen Humor eine Bühne zu bieten. Unter dem Titel „Kleine Welten“ begeistert Behrens seit 1996 mit seinen alten und neuen Kleinkunst-Programmen.

Es war ein besonderer Auftritt, den Behrens am Dienstagabend in der Enni Event-Halle darbot: Gleich zwei Premieren standen an. Behrens stellte sein neues Bühnenprogramm „Ohne Ende Niederrhein“ erstmalig vor. Und ebenfalls zum ersten Mal trat er in der Enni Event-Halle auf. Zur Premiere durfte sich Behrens über einen vollen Saal freuen.

Liebe zum Detail

Das neue Programm ist gespickt mit Lyrik und Musik: Karin Jochums (Cello), Volker Kuinke (Flöten) und Thomas Hunsmann (Klavier und Komposition) begleiteten das Programm auf ihren Instrumenten. Mit viel Liebe zum sprachlichen Detail legte Behrens los: Humorvoll karikierte er den Beginn des Niederrheins mit dem Urknall, bei dem die Baupläne von Kopfweiden, Johannisbeeren und plattem Land schon bereit lagen.

„Hier gibt’s wenig Sterne der wilden Fantasie, sondern ein Licht der Industrie“, trug Behrens vor. Aber am Niederrhein gibt es nicht nur Industrie, sondern auch viele Kühe. Darunter sein Liebling: Die EU-Kuh.

Sie macht sich auf jeden EU-Staat ihren eigenen Reim. „Hat Spanien auch den stärksten Stier, die schönsten Kühe gibt es hier“, reimte Behrens und erntete Lacher aus dem Publikum. Nach Tunesien zieht es die Kuh nicht: „Wer braucht Zypressen, wenn man Weiden hat?“

Jedes Ende hat einen Anfang

In politisch anstrengenden Zeiten steht die Kuh für niederrheinische Mentalität, so Behrens: Sie ist kunterbunt, vereint schwarz und weiß.

Augenzwinkernd und sympathisch erzählt Behrens aus seiner Lebenswelt. Mit dabei: Der Chefmeteorologe Windifried Wolkenreich mit niederrheinisch-bewölkten Wetterweisheiten im Gepäck. Zum Beispiel: „Fallen Sie nicht aus den Wolken, regen sie sich ab und nicht vergessen: Wasser lassen.“ Er wies auf die wertvolle Arbeit von Industrie- und Stahlarbeitern hin und jonglierte symbolisch für ihre Dynamik mit bunten Bällen und Kegeln.

„Einfach schön“, hörte man Zuschauer aus dem Publikum sagen. „Mit jedem Ende beginnt ein neuer Anfang“, schloss Behrens sein sehenswertes Programm und erntete lange und laute Ovationen des Publikums.

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