Pandemie

Corona: Erste Infizierte aus Kamp-Lintfort ist wieder gesund

Virologe: Italienische Verhältnisse wird es hier nicht geben

Wie sinnvoll ist das Kontaktverbot? Erwarten uns "italienische Verhältnisse"? Virologe Prof. Dr. Ulf Dittmer beantwortet Fragen zur Coronakrise.

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Kamp-Lintfort.  Die Frau, die sich im Kreis Wesel nachweislich zuerst mit dem Virus infiziert hatte, ist gesund. Keine Angaben zur Gesamtzahl der Genesenen.

In Zeiten, in denen beinahe nur über neu infizierte Patienten mit dem Coronavirus geredet wird, geht so eine gute Nachricht schnell unter: Der erste Mensch, der sich nachweislich im Kreis Wesel mit der Krankheit infiziert hatte, ist nach Angaben der Kreisverwaltung wieder gesund.

Es handelt sich dabei um eine Frau aus Kamp-Lintfort, deren Erkrankung am 27. Februar bekannt geworden war. Die Kamp-Lintforterin ist genesen und arbeitet mittlerweile wieder, wie der Kreis Wesel am Mittwochnachmittag mitteilte.

Wie viele Erkrankte aus dem Kreis ingesamt wieder gesund sind, darüber macht das Kreisgesundheitsamt keine Angaben. Das würde die derzeitigen Kapazitäten zu sehr belasten, heißt es. Das Gesundheitsamt sei gut damit ausgelastet, die nachgewiesen Erkrankten zu erfassen.

Zur Einordnung: Der Nachbarkreis Borken führt auch über die gesundeten Menschen eine Statistik. Dort gelten bisher 30 der nachweislich Infizierten wieder als gesund - es ist also davon auszugehen, dass auch im Kreis Wesel schon weitaus mehr Menschen wieder genesen sind.

Coronavirus: Fast 200 Fälle im Kreis Wesel

Die Verwaltung äußerte sich auch zum Verlauf der Krankheit im Kreis Wesel, in dem es Stand Donnerstag bereits 192 bestätigte Fälle gibt. Das Coronavirus hat – mit der Patientin aus Kamp-Lintfort beginnend – den Kreis in drei Wellen erreicht: In der ersten Phase seien die meisten Infektionen auf einen Kontakt nach Heinsberg zurückzuführen gewesen, in der zweiten Phase waren vor allem Rückkehrer aus dem Skiurlaub in Ischgl und deren Kontakte betroffen – das betrifft etwa ein Drittel der bislang positiv getesteten Patienten.

Sehr lange war also immer klar, welchen Weg die Infektion gegangen ist und an welcher Stelle sie eingedämmt werden kann. Das ist aktuell nicht mehr möglich - wie im Rest Deutschlands auch. „Jetzt sind wir aber in einer Situation, in der wir die Infektionswege vielfach nicht mehr nachvollziehen können“, so Maas.

Auch der Kreis Wesel geht davon aus, dass es eine Dunkelziffer von Menschen gibt, die wegen geringer Symptome unbemerkt an Corona erkrankt waren. Bei den kommunizierten Infektionszahlen handelt es sich um die labortechnisch abgesicherten Fälle, sie können nicht die Realität abbilden - sie spiegeln nur die Entwicklung wieder. Zudem wurde zu Beginn der Krise noch anders getestet: Anfangs wurden etwa auch Zweitkontakte von Infizierten getestet, das sei nun nicht mehr der Fall.

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