Kontaktsperre

Corona in Moers: Stadt kontrolliert – und kündigt Bußgeld an

Stadt und Polizei wollen in Moers kontrollieren, ob die neuen Regelungen eingehalten werden.

Stadt und Polizei wollen in Moers kontrollieren, ob die neuen Regelungen eingehalten werden.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers/Niederrhein.  Coronavirus: Stadt und Polizei in Moers kontrollieren die neue Regelungen zur Kontaktsperre. Ein Bier in der Dönerbude ist schon zuviel.

Zum ersten Mal sind im Kreis Wesel Tote in Folge einer Coronavirus-Infektion zu beklagen. Wie eine Sprecherin mitteilt, sind am Wochenende ein 78 Jahre alter Mann aus Kamp-Lintfort und ein 85-jähriger Mann aus Dinslaken verstorben.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus ist von 124 Fällen am Freitag bis Montag Mittag auf 146 gestiegen. In Moers sind es 28, in Kamp-Lintfort acht, in Neukirchen-Vluyn sechs.

Aus Sicht der Polizei verläuft der erste Tag mit Kontaktsperre im Kreis Wesel ohne Probleme. Es gehe in der Öffentlichkeit durchaus „manierlich“ zu, wie es ein Polizeisprecher Björn Haubruck formuliert. Die Polizei unterstütze die Ordnungsämter, sei aber auch mit eigenen Streifen unterwegs, um zu kontrollieren, ob sich Gruppen von mehr als zwei Menschen bildeten: „Falls ja, sprechen wir die Leute an und unterbinden das.“ Offenbar wirke aber die umfangreiche Berichterstattung in den Medien am Wochenende.

Bei der Stadt Moers teilt man die Ansicht der Polizei, dass die Akzeptanz für die Einschränkungen „sehr groß geworden ist“, wie Rathaussprecher Thorsten Schröder sagt: „Die Botschaft ist offenbar angekommen.“

Der Außendienst des Ordnungsamtes ist – verstärkt durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Verwaltungsbereiche – verdoppelt worden und kontrolliert nun mit zehn Leuten, und zwar, wie Schröder ergänzt, auch außerhalb der Kernarbeitszeiten von 8 bis 16 Uhr. Für die Grünanlagen und Spielplätze hat die Stadt zudem einen Sicherheitsdienst engagiert.

Coronavirus in Moers: Minimum 200 Euro Bußgeld

Kommt es zu Verstößen gegen die Kontaktsperre und versammeln sich mehr als zwei Personen, soll die Stadt ein Mindestbußgeld von 200 Euro verhängen – und das werde man auch tun, versichert Schröder. Bislang sei es aber nicht erforderlich gewesen. Das gelte auch für Imbissbuden und Restaurants, die Speisen außer Haus verkaufen.

Hier gilt: Wer Döner oder Pommes bestellt, darf darauf nicht in den meist beengten Gastroräumen warten: „In der Dönerbude beim Warten ein Bier trinken, ist schon zu viel“, betont Schröder. Warten – mit Abstand zum nächsten Kunden - muss man draußen, zudem muss jede Speise verpackt sein, und sie darf im Umkreis von 50 Metern um die Bude nicht verspeist werden.

Viel zu tun hat das Rathaus mit der Information ihrer Bürger, beispielsweise in Sachen Kinderbetreuung oder die Schließung von Restaurants. Telefonisch und über Facebook sind bisher über 1000 Anfragen bearbeitet worden. Eine Bitte hat man im Rathaus: Es gebe Meldungen, dass sich ältere Menschen mit den Einschränkungen schwer tun. Schröder: „Wir bitten alle darum, dass sich an die Regeln halten. Das ist jetzt wirklich wichtig.“ (wit)

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