Coronavirus

Coronavirus: Hochschule Rhein-Waal produziert Schutzvisiere

Jörg Verfürth, Pressesprecher des St.-Bernhard-Hospitals, Ahmed Abdelatif und Daniele Ingrassia (Mitarbeiter Hochschule Rhein-Waal), Sascha van Beek vom Deutschen Roten Kreuz und der Direktor des FabLabs Kamp-Lintfort, Professor Dr. Karsten Nebe (rechts), mit einem Schutzvisier.

Jörg Verfürth, Pressesprecher des St.-Bernhard-Hospitals, Ahmed Abdelatif und Daniele Ingrassia (Mitarbeiter Hochschule Rhein-Waal), Sascha van Beek vom Deutschen Roten Kreuz und der Direktor des FabLabs Kamp-Lintfort, Professor Dr. Karsten Nebe (rechts), mit einem Schutzvisier.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Das FabLab der Hochschule Rhein-Waal hat Visiere für medizinisches Personal entwickelt. Die lokale Wirtschaft könnte bei der Produktion helfen.

Die Hochschule Rhein-Waal hat binnen einer Woche einsatzfähige Visiere zum Schutz von medizinischem Personal in der Corona-Krise entwickelt. Nachdem die Gesichtsschutze vom Fachpersonal des Kamp-Lintforter St. Bernhard-Hospitals bereits getestet und für gut befunden wurden, sollen die Visiere nun in großen Stückzahlen zunächst für medizinische und pflegerische Einrichtungen im Kreis Wesel und im Kreis Kleve produziert werden.

„Wir gehen davon aus, dass wir, solange genügend Materialien vorhanden sind, aktuell mehrere hundert Visiere pro Tag fertigen können“, sagt Professor Dr. Karsten Nebe, Direktor des FabLabs am Campus Kamp-Lintfort. Bedarfsermittlung und Verteilung der Visiere soll über die Kreise erfolgen. Helfen soll dabei der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes.

Gefertigt werden die Gesichtsschutze unter anderem im FabLab, Unterstützung kommt aber auch von privaten Akteuren und dem SchoolFabLab des Berufskollegs für Technik in Moers. Weitere FabLabs der Region könnten folgen, hofft Nebe. Zunächst hatten Nebe und seine Mitarbeiter die Visiere im 3-D-Druck gefertigt. Schnell stand aber fest, dass diese Art der Fertigung zu langsam ist, um große Stückzahlen zu produzieren. Parallel wurde die Herstellung mit einem Laser-Cutter getestet – und am Ende für gut befunden. Nebe: „Anstatt zwei bis drei Stunden brauchen wir hier für das komplette Visier nur etwa 15 Minuten.“

Ein gutes Visier müsse praktikabel sein, einen guten Schutz bieten und natürlich wiederaufbereitbar sein, sagt der Pressesprecher des St. Bernhard-Hospitals, Jörg Verfürth. Das von der Hochschule entwickelte Produkt erfülle all diese Voraussetzungen. Aktuell gebe es im St. Bernhard-Hospital zwar noch keinen Mangel an Schutzmasken, aber die Nachlieferungen seien eher schleppend.

Weil die Produktionsmöglichkeiten der Hochschule Rhein-Waal begrenzt sind, startet die Hochschule nun auch einen Aufruf an die lokale Wirtschaft mit der Bitte um Unterstützung für das Projekt. Dabei geht es sowohl um das nötige Material, als auch um Hilfe bei der Fertigung. Unter http://fablab.hochschule-rhein-waal werden das Design und die Anleitung online zur Verfügung gestellt. Bislang werde laut Angaben der Hochschule „kostenneutral“ gearbeitet. Wie sich die Kosten weiter entwickeln, werde noch ermittelt. Das Produkt solle nur zum Selbstkostenpreis angeboten werden, betont Nebe.

Der Präsident der Hochschule Rhein-Waal, Dr. Oliver Locker-Grütjen, sieht aktuell nicht nur die Medizin, sondern die gesamte Wissenschaft im Corona-Krisenmanagement vereint. Im Moment zähle vor allem der Transfer-Gedanke, so Locker-Grütjen. „Ich glaube nicht, dass wir uns jetzt Gedanken um Verrechnungen machen sollten.“

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