Coronavirus in Moers

Coronavirus in Moers: Wenn das Leben auf dem Kopf steht

Jungunternehmer Noel Schäfer macht sich seine Gedanken über das Coronavirus und die Folgen.

Jungunternehmer Noel Schäfer macht sich seine Gedanken über das Coronavirus und die Folgen.

Foto: Norbert Prümen (nop) / Ja

Moers.  Wie denken die Menschen in Moers über das Coronavirus und die Folgen? Jungunternehmer Noel Schäfer weiß genau, wann er zum ersten Mal aufhorchte.

Das Coronavirus und die damit verbundenen Einschränkungen haben drastische Auswirkungen auf unser Privatleben. Dazu hat sich Jungunternehmer Noel Schäfer aus Moers Gedanken gemacht.

Noel Schäfer schreibt: Die Corona-Krise zeigt uns Menschen einmal mehr, welche untergeordnete Rolle wir für diesen Planeten spielen. Noch vor ein paar Wochen war für uns Europäer alles in bester Ordnung. Es gab zwar Berichte aus Wuhan, dem Ursprung des Virus, aber sonst keinen Grund zur Beunruhigung in unserem Alltag. Dann plötzlich die vielen Fälle im Kreis Heinsberg – aber auch hier zunächst nur Getuschel über die Situation.

Die Lage spitzt sich unbemerkt zu

Unbemerkt spitzte sich die Lage jedoch zu und so erreichte mich ganz persönlich im Alltag zum ersten Mal das Virus bei einer Veranstaltung am 2. März. Dort nämlich hängte der Veranstalter Schilder auf mit der Bitte, den Handschlag zum Schutz der Gäste zu unterlassen. Es sollte jedoch noch rund eine Woche dauern, bis auch hier in Moers in meinem privaten Umfeld die Dinge ganz spürbar ihren Lauf nahmen.

Heute, fast drei Monate nach „Patient 0“, wie man in der Medizin so schön sagt, ist das Leben von uns allen ziemlich auf den Kopf gestellt. Spätestens seit den zahlreichen Schließungen von Geschäften und Einrichtungen, die wir als freie Bürger so sehr schätzen und die für uns zum Leben dazugehören, merken wir, dass die Welt zum Stillstand gekommen ist.

Ein Besuch in der Moerser Innenstadt mit Besuch bei der Eisdiele am Park und anschließendem Stop beim Café? Nicht möglich. Am Wochenende ins Kino gehen? Keine Chance. Die Großeltern besuchen? Lieber nicht. Ins Büro fahren? Homeoffice! Kunden und Geschäftspartner treffen? Besser per Telefon. Unser Alltag ist ein anderer. Nein – der Alltag ist keiner mehr, denn er ist nicht mehr unser Alltag. Alltag bedeutet nun gemeinsame Eindämmung und Verlangsamung des Virus. Um jeden Preis und unter massiven Einschränkungen.

Zu allem Überfluss wurde meine Schwester aufgrund von Symptomen auf das Corona-Virus getestet. Das Ergebnis steht noch aus und zum Glück wohnt sie in einem anderen Haushalt. Doch das Leben muss weitergehen. Normalität muss her.

Da merken wir Menschen in der aktuellen Situation: Wir sitzen alle im selben Boot. Zwar ist nicht jeder gleich stark gefährdet, allerdings liegt es im Wesen des Menschen in einer Gemeinschaft zusammenhalten.

Ein Trost für die vielen Einschränkungen, weiß man doch am Ende, wen man damit geschützt hat: Die Schwächeren, die Kranken und die Alten unter uns. Jeder Tag fühlt sich wie Sonntag an – es nützt jedoch nichts, die Flinte ins Korn zu werfen. Ich lese dieser Tage häufig vom Silberstreifen am Himmel. Den gibt es, er ist zwischen den vielen Nachrichten und Schlagzeilen jedoch erst auf den zweiten oder dritten Blick zu erkennen. Menschen die Unmögliches möglich machen: In der Pflege, Forschung, Betreuung, Behandlung aber auch in der Aufrechterhaltung der Öffentlichkeit, etwa im Supermarkt oder im Rathaus.

Wir alle fahren dieser Tage auf Sicht, und das ist in diesen Zeiten okay. Viele Menschen bringen sich ein, schmieden Ideen und versuchen das beste aus der Lage zu machen. Das macht Mut und lässt hoffen, dass wir diese Krise gemeinsam bewältigen. Mit dieser Naturkatastrophe stellt uns der Planet auf eine harte Probe. Aber gemeinsam werden wir diese Probe bestehen!

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