Kabarett

Dagmar Schönleber kommt am 12. Oktober nach Moers

Dagmar Schönleber

Dagmar Schönleber

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   Die Kabarettistin gibt eine satirische Anleitung zum respektvollen Verhalten. Im NRZ-Gespräch erzählt sie vorher, was Respekt für sie bedeutet.

Das Moerser Publikum hat Dagmar Schönleber bereits durch ihren Auftritt beim Comedy Arts Festival kennen- und schätzen gelernt. „Der Abend war super, weil alle so bereitwillig mitgemacht haben“, schwärmt die Kabarettistin, die sich schon jetzt auf ihren nächsten Auftritt in Moers freut.

Am Freitag, 12. Oktober, wird sie mit ihrem Programm „Respekt – von, für und mit Dagmar Schönleber“ auf der Bühne im Bollwerk stehen.

Gesellschaftliche Themen im Programm

Dass die gelernte Sozialarbeiterin mittlerweile als Kabarettistin quer durch Deutschland tourt, überrascht Schönleber selbst nicht besonders: „Das ist kein großer Unterschied. In beiden Berufssparten geht es darum, den Menschen eine gute Zeit zu vermitteln“, sagt sie im NRZ-Gespräch. Aber auch inhaltlich gebe es Parallelen zwischen ihrem alten und neuen Job: „Ich setze mich in meinen Programmen mit gesellschaftlichen Themen kritisch auseinander.“

Das beste Beispiel für Dagmar Schönlebers gesellschaftskritischen Ansatz stellt ihr neues Programm dar, das sich nach ihrer eigenen Aussage mit einem „diskussionswürdigen Thema unserer Zeit“ beschäftigt: Respekt. Darunter verstehe jeder dasselbe. Und doch liege es an den anderen, wenn Respekt fehle. Oder an Ausnahmen. „Jeder ist beispielsweise ein respektvoller Autofahrer, es sei denn, man hat es eilig“, hält sie fest. Und das treffe auf so ziemlich jeden Lebensbereich zu.

„Mit Respekt ist es wie mit dem Schlanksein“

Aus diesem Grund stellt Schönleber folgende These auf: „Mit Respekt ist es wie mit dem Schlanksein: Jeder findet es gut und will es sein. Trotzdem ist ein Fünftel der Europäer zu dick.“ Mit eben jener Diskrepanz beschäftigt sie sich und bietet dazu eine „augenzwinkernde Anleitung zum richtigen Umgang miteinander“ an.

Dabei wird Dagmar Schönleber „getrieben vom Wunsch nach Ordnung und Revolution.“ Ein Widerspruch? Klar, aber dann irgendwie auch nicht. „Ich komme aus dem Protest, dem Punk Rock.“ Auch heute noch halte sie Protest für sinnvoll, nur rebelliere sie nicht mehr gegen das System. „Es ist wichtig, Verantwortung zu übernehmen und für die Demokratie zu kämpfen.“

Schönleber kann auch über sich selbst lachen

Klingt nach einem Programm mit Tiefgang. Ist es auch. Doch gleichzeitig betont Schönleber: „Tiefgehende Themen können und sollten auch satirisch behandelt werden.“ So sei es wichtig, dass sie jederzeit über sich selbst lachen kann. Natürlich mit dem gebührenden Respekt.

Ob sich Schönleber als Kabarettistin neben zahlreichen männlichen Kollegen respektiert fühle? „Das ist ein zweischneidiges Schwert. In dem Moment, in dem ich auf der Bühne stehe, werde ich respektiert. Aber natürlich gibt es noch Nachholbedarf bei Veranstaltern und beim Publikum.“ Die weit verbreitete Meinung, dass es wenige witzige Frauen gebe, werde vor allem durch das Fernsehen vermittelt. „Entweder eine einzelne Frau tritt neben Männern auf oder es ist direkt eine Ladies Night.“

Das Publikum muss mitmachen – völlig angstfrei

Schönleber beweist dagegen, dass Frauen sehr wohl witzig sein können. Und selbst wer das bereits weiß, sollte sich ihr neues Programm anschauen. Den besten Grund dafür liefert sie selbst: „Man kommt schlauer raus, als man reingekommen ist. Mit Sachen, die man vielleicht gar nicht wissen wollte.“

Und weil sie weiß, dass das Moerser Publikum bereitwillig mitmacht, wird es erneut einen interaktiven Part geben. Sie fügt jedoch schnell hinzu: „Ohne Angst machen zu wollen.“ Der Umgang zwischen Kabarettistin und Publikum bleibt respektvoll.

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