Gelber Müll

Darum ist Moers eine „Sack-Kommune“

Davon gibt’s viele in Moers.

Davon gibt’s viele in Moers.

Foto: Foto: Astrid Hoyer-HolderberG

Moers.  Vertreter des Entsorgers Schoenmackers nennt bei einer Ausschusssitzung Moers eine „Sack-Kommune“ – und er meint das nicht mal beleidigend.

Manchmal sind Ratsausschüsse für überraschende Erkenntnisse gut. „Moers ist eine Sack--Kommune“, erfuhren am Mittwoch Politiker, Verwaltungsmitarbeiter und Zuhörer in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. Der Satz stammte von Christian Rothgang, und der meinte die Bezeichnung keineswegs despektierlich. Rothgang ist Betriebsleiter beim Entsorger Schoenmackers und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass der überwiegende Teil der Moerser Haushalte seinen Plastikmüll nicht in der gelben Tonne, sondern in gelben Säcken an die Straße stellt.

Mit der Qualität der gelben Säcke ist es nicht weit her

„Sack-Kommune“ zu sein ist um so misslicher, als es mit der Qualität eben jener gelben Säcke nicht weit her ist: Zu dünn, lautete von Seiten der Fraktionen mehrfach die Kritik. Die Plastiktüten reißen schnell, oft bei einem Windstoß – und dann verteilt sich der Abfall auf Straßen, Gehwegen und in Vorgärten. Christian Rothgang erklärte allerdings, dass seine Firma daran nichts ändern könne. Schoenmackers’ Auftraggeber im Kreis Wesel ist das Duale System und das allein lege genau fest, von welcher Beschaffenheit die Säcke sein müssen. Rothgang machte deutlich, dass der Entsorger ein ärgerliches Problem habe. In den gelben Säcken und Tonnen finde man häufig Speisereste, Bauschutt, gefüllte Windeln und Elektroschrott. Zahlen dazu will Rothgang nachreichen.

Umgestaltung der Ehrenmalstraße erst mal verschoben

Neu verhandelt wird über die Umgestaltung des südlichen Abschnitts der Ehrenmalstraße in Kapellen. Der massive Protest der Anlieger gegen den Verwaltungsvorschlag (wir berichteten) hat die Politik beeindruckt, so dass darüber gar nicht erst abgestimmt wurde. Jetzt wollen Fraktionen und Bauverwaltung die Lage unter anderem bei einem Ortstermin erörtern. Zudem soll nach Möglichkeiten gesucht, den Kostenanteil der Anlieger an Sanierung und Umgestaltung zu senken.

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