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Das Frische-Mobil aus Neukirchen-Vluyn macht Feierabend

Am Freitag fährt Jürgen Jost das letzte mal mit seinem Frischemobil durch Neukirchen-Vluyn.

Am Freitag fährt Jürgen Jost das letzte mal mit seinem Frischemobil durch Neukirchen-Vluyn.

Foto: Gerd Hermann

Neukirchen-Vluyn.  Am Freitag fährt Jürgen Jost das letzte Mal mit seinem Frische-Mobil durch Neukirchen-Vluyn. Er selbst hätte ja gern noch etwas weitergemacht.

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Jürgen Jost macht Feierabend. Am nächsten Freitag, 20. Dezember, rollt er zum letzten Mal mit seinem Frische-Mobil durch Neukirchen-Vluyn. 16 Jahre lang hat er seinen rollenden Tante-Emma-Laden betrieben. Nun ist Schluss damit. Nicht etwa, weil Jürgen Jost in den Ruhestand geht. So weit ist es bei dem 57-Jährigen noch nicht. Lust hätte er wohl auch noch gehabt.

Aber sein Wagen macht schlapp. „Mein Lastwagen kommt nicht mehr über den TÜV“, sagt Jost mit einem tiefen Bedauern in der Stimme. Zumindest nicht, ohne dass große Reparaturen vorgenommen werden müssten. Alles auch eine finanzielle Frage. Jost: „Der Lkw ist 26 Jahre alt.“

Als Jürgen Jost im September 2003 mit seinem Geschäft angefangen hat, hatte das Spezialfahrzeug schon zehn Jahre auf dem Buckel. Mittlerweile hat das Schätzchen so seine Eigenheiten entwickelt. So kann es im Winter ziemlich kalt werden im Inneren des Frische-Mobils.

„Im Winter sind mir manchmal die Flaschen geplatzt, so kalt war es“, erinnert sich Jost. Aber: Er ist ein kreativer Mann und hat sich zu helfen gewusst. „Ich habe beheizbare Schuhsohlen und Handschuhe“, erklärt der Frische-Mobil-Chef. Die kann er jetzt beiseite legen. Oder für den Winter-Urlaub im Schnee nutzen.

An vier Tagen die Woche ist das Frische-Mobil in der Stadt unterwegs gewesen. Mittwochs war Einkaufstag. Seine Stammkundinnen und Stammkunden hat er bereits über das bevorstehende Ende informiert. Die meisten sind ältere Menschen, viele leben in den Altenheimen in der Stadt.

„Meine älteste Kundin war 102 Jahre alt“, sagt Jürgen Jost. Zwei 98-jährige Damen beliefert er jetzt noch. Wer seine Waren nicht mehr alleine tragen konnte, dem hat Jost die Einkäufe auch ins Haus gebracht. Ein toller Service.

Nach seiner Abschlussfahrt am 20. Dezember muss Jürgen Jost Inventur machen und „den Wagen abwickeln“. Und dann? Erfreulicherweise geht es im kommenden Jahr für ihn beruflich weiter. „Im Januar fange ich bei Edeka Raber an“, sagt Jost. Und: „Der hat auch einen Auslieferservice.“ Somit hat er es gut getroffen. Gleichwohl ist Jürgen Jost schon jetzt ein wenig wehmütig. „Es fällt mir schwer“, sagt er.

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