Bürgerhaus in Moers

Das historische Peschkenhaus in Moers hat eine Zukunft

Das Peschkenhaus hat eine Zukunft.

Das Peschkenhaus hat eine Zukunft.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.   Bis zu 200.000 Euro soll die Sanierung des historischen Peschkenhauses in Moers kosten. Einen Wunschtermin für die Wiedereröffnung gibt es schon.

Das einsturzgefährdete Peschkenhaus in Moers hat eine Zukunft. Für die Finanzierung der bis zu 200.000 Euro teuren Sanierung der Fundamente gebe es positive Signale von der Bezirksregierung und der NRW-Stiftung, wie Heinz-Adolf Janßen von der Bürgeraktiengesellschaft Peschkenhaus am Freitag sagte. Das älteste Bürgerhaus in der Moerser Innenstadt steht für Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung, ist aber seit sechs Wochen geschlossen, weil das Fundament nachgegeben hatte.

Damals hatte Monika Jaklic vom Kunstverein Peschkenhaus Risse in den Wänden des Erdgeschosses entdeckt. An einer Stelle hatte sich der Boden unter der Fußleiste gesenkt. Statiker hatten anschließend durch Probebohrungen alarmierende Ergebnisse gewonnen. Mindestens unter einem Pfeiler der Kreuzgewölbes in der Mitte des historischen Gebäudes ist ein Raum, der nur mit losem Gestein gefüllt ist, das bei Belastung sofort nachgeben würde. „Auf jedem der sechs Pfeiler im Kreuzgewölbe lasten 7,5 Tonnen Gewicht“, weiß Architekt Frank Reese, der die Schadensaufnahme in den vergangenen Wochen begleitet hat. Der Bereich ist inzwischen abgestützt, weitere Bewegungen seien bisher nicht festgestellt worden, wie Janßen berichtete.

Ein geotechnisches Büro kennt den Grund für die Risse

Das Geotechnische Büro Dr. Koppelberg & Gerdes aus Moers hat laut Janßen festgestellt, dass die Risse auf Veränderungen im Baugrund zurückzuführen sind. Seit Mitte April ist das Peschkenhaus geschlossen, die aktuelle Ausstellung wurde beendet, drei weitere, geplante Ausstellungen hat Monika Jaklic ebenso absagen müssen wie viele Veranstaltungen. Der finanzielle Ausfall sei beträchtlich, so Jaklic.

Für den Erhalt des Hauses haben Janßen (Aufsichtsratsvorsitzender der Bürgeraktiengesellschaft) und Hans-Gerd Hendrix (Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender) in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt. Janßen: „Es gibt positive Signale dafür, dass sowohl die Bezirksregierung als auch die NRW-Stiftung Mittel bereitstellen, um die Sanierung durchzuführen.“ Für die Aktiengesellschaft werde allerdings ein Eigenanteil bleiben.

Ende August liegen die Karten auf dem Tisch

Um den zu finanzieren, soll auf der Hauptversammlung am 29. August eine Kapitalerhöhung beschlossen werden. Bisher halten knapp über 90 Aktionäre Anteile an der Gesellschaft. Dort soll auch das komplette Sanierungs- und Finanzierungskonzept vorgestellt werden. Eine Möglichkeit wäre, das Kreuzgewölbe durch Pfahlgründungen zu sichern.

Dann kann laut Janßen auch die Auftragsvergabe erfolgen. Mit dem Start der Arbeiten rechnet Janßen für Mitte September. Fachfirmen hätten bereits angedeutet, dass der Ablauf machbar sei. Was sich alle wünschen: Schon in diesem Dezember soll das Peschkenhaus wieder nutzbar sein.

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