Schlosstheater

Das Moerser STM-Experiment hat zur Freude beigetragen

Karneval-Experiment.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Karneval-Experiment. Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   Die von Ulrich Greb und Annika Stadler inszenierte Aufführung hat am Freitag für Verwirrung gesorgt. Damit hatte auch „Jenseits von Eden“ zu tun.

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Trash im STM – besser als Karneval? „Ungeprobt, hochriskant und definitiv Trash“, beschreibt das STM selbst ein Experiment, das am Freitagabend zu später Stunde im Schlosstheater über die Bühne ging. Doch mit „Müll“ hatte die von Ulrich Greb und Annika Stadler inszenierte Aufführung kaum etwas zu tun, eher mit Chaos, Irrsinn und Verwirrung.

Angeblich ging es um eine öffentliche Probe zu Ibsens Drama „Hedda Gabler“. Doch die sechs Darsteller des STM-Ensembles, Magdalene Artelt, Patrick Dollas, Lena Entezami, Matthias Heße, Marissa Möller und Frank Wickermann, waren die meiste Zeit im falschen Film.

Während sich Magdalene Artelt redlich um eine authentische Hedda bemühte, bombardierten sie die andern mit Texten falscher Figuren aus Michael Crowleys Bürokomödie „The Dead Inc – Die Toten“. Bis auch sie die Nerven – und ihre schlanke Taille – verlor. „Ich habe das Gefühl, wir sind hier gerade alle etwas durcheinander“, resignierte sie.

Nicht rumzicken

„Nicht rumzicken, komm, macht weiter“, forderte eine übereifrige Regie, die selbst den roten Faden nicht mehr finden konnte. „Die Aufgabe der Kunst ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen“, erklärte Greb das Motto des Abends.

Während unbedarfte Zuhörer verzweifelt versuchten, den ungereimten Texten zu folgen, trafen sich alle beim Lachen über die zahlreichen, zum Teil nicht jugendfreien, Slapstick-Einlagen wieder. Wer zum Beispiel bisher nicht wusste, was „Rumbalotte“ bedeutet, kann damit jetzt an jedem Tresen punkten.

Dass dabei ein Fernsehteam vom Duisburger Stadtfernsehen Studio 47 jede Szene filmte, fiel gar nicht weiter auf und wurde einfach integriert. „Wir haben zwar die Struktur des Abends festgelegt, doch blieb den Schauspielern viel Raum zum Improvisieren“, sagte Greb. Gewollt sei vor allem ein „naturalistisches Körpertheater“, was auch die ziemlich skurrile Kostümierung der Schauspieler erklärte.

Die Verwirrung ist komplett

Die Verwirrung komplett machte der Auftritt von Personen aus der kommenden STM-Produktion „Ring der Nibelungen, wobei besonders Siegfrieds Schwert ins Auge stach. Mit „Jenseits von Eden“, einem Song aus „1984“, ebenfalls im STM-Repertoire, durfte Marissa Möller am Schluss noch zeigen, warum sie sich in Zukunft mehr einer musikalischen Karriere widmen will.

„Es war zwar höherer Blödsinn, der aber großen Spaß gemacht hat“, lobte Frauke, STM-Stammgast aus Moers. „Ich fand’s mutig und genial, wie das Ensemble das in Szene gesetzt hat. Selten so viel gelacht“, bestätigte Kerstin, die sich ebenfalls kaum eine Aufführung entgehen lässt. Kurz: Es war kurzweiliges Experiment und ein kurioser Abend, der nach einhelliger Meinung der rund 60 Zuschauer den Vergleich mit einer Büttensitzung nicht zu scheuen brauchte.

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