Großbrand

Defekter Gasheizofen verursacht Hausbrand in Moers-Kapellen

Die Brandermittler der Kripo waren am Donnerstagvormittag bei der Arbeit.

Die Brandermittler der Kripo waren am Donnerstagvormittag bei der Arbeit.

Foto: Erwin Pottgiesser

Moers.   Ein Haus an der Ringstraße brennt vollständig aus, die Bewohner retten sich in letzter Minute. Lebensgefährlicher Einsatz für die Feuerwehr.

Es ist ein Bild der Verwüstung, das sich den Anwohnern der Ringstraße in Moers am Donnerstagmorgen nach dem Feuer in der Nacht zuvor bietet: Hinter der Fenstern sind nur noch rauchgeschwärzte Höhlen zu sehen, Löschwasser-Eiszapfen hängen in der Brandruine von der Decke. Vom Dach des Reihenendhauses ist fast nichts mehr übrig, vom Haus selbst stehen fast nur noch die Mauern. Im Brandschutt suchen die Ermittler der Kripo nach Spuren der Brandursache.

Der Notruf ging am Mittwoch um 21.13 Uhr ein. Beim Eintreffen der Wehrleute schlugen bereits meterlange Flammen aus den Fenstern und Türen. „Ich habe es Knallen gehört, dann flog eine Scheibe raus“, erzählte ein Nachbar im Gespräch mit der NRZ. In letzter Minute, heißt es dazu im Bericht der Feuerwehr, vermochten sich die vier Bewohner aus dem brennenden Haus zu retten.

Angrenzendes Haus schützen

Die Feuerwehr konzentrierte sich zunächst darauf, das angrenzende Reihenhaus vor den Flammen zu schützen und den Bewohner in Sicherheit zu bringen. Auch die anderen Nachbarn wurden von den Wehrleuten evakuiert. 65 Feuerwehrleute waren bis 1 Uhr im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen; danach gefror ihnen das Löschwasser auf der Kleidung, die sofort getauscht werden musste. Ein Streuwagen der Enni musste die Straße mit zwei Kubikmeter Streusalz abstreuen, da die 19 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr auf dem zu blankem Eis gefrorenen Löschwasser beim Abrücken kaum von der Stelle kamen.

Nach dem verheerenden Brand wurden die vier Hausbewohner zunächst wegen Rauchgasvergiftung in einem Rettungswagen behandelt und dann mit ins Krankenhaus gebracht. Zwei weitere leichtverletzte Personen wurden ebenfalls per Rettungswagen in ein Moerser Krankenhaus gebracht. Der Hausmeister der Dorsterfeldschule und Mitarbeiter des Zentralen Gebäudemanagements der Stadt, Mario Koch, hatte zudem vorbildlich reagiert und die Turnhalle der Schule angeheizt, um sie als Evakuierungsraum zur Verfügung zu stellen. Jedoch kam ein von der Niag gestellter Linienbus als Rückzugsraum zum Einsatz

Gebäudeschaden von 200.000 Euro

Bereits am Donnerstagnachmittag hatte die Kripo ihre Ermittlungen zur Brandursache abgeschlossen: Die „Fehlfunktion eines Gasheizofens“ hat den Großbrand ausgelöst. Für die Wehrleute war der Einsatz an der Ringstraße lebensgefährlich: Wegen der enormen Hitze hatte eine im Haus befindliche Gasflasche das Gas durch ein Sicherheitsventil abgelassen, und im Keller befand sich ein unterirdischer Gastank, der per Leitung mit den Wohnräumen verbunden war.

Einsatzleiter Christian Heekeren warnt daher eindringlich: „Gasbetriebene Geräte wie Heizlüfter, Kaminöfen und sonstige Gasgeräte stellen eine erhebliche Brandgefahr in geschlossenen Räume dar.“ Der Schaden am Gebäude wird auf etwa 200.000 Euro geschätzt.

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