Umwelt

Deponie am Niederrhein: Was passiert mit dem Grundwasser?

Die Halde Lohmannsheide soll als Deponie genutzt werden – mit Auswirkungen auf den Straßenverkehr im Moerser Osten.

Die Halde Lohmannsheide soll als Deponie genutzt werden – mit Auswirkungen auf den Straßenverkehr im Moerser Osten.

Foto: NRZ

Moers/Baerl.  Im Grenzgebiet zwischen Moers und Duisburg soll eine Bauschutt-Deponie entstehen. Die Lineg hat die Grundwasser-Prüfung abgeschlossen – vorerst.

Wenn die Bergehalde Lohmannsheide in Duisburg-Baerl als Deponie genutzt wird, kann das drastische Auswirkungen auf den Straßenverkehr in Moers haben. Bis zu 13 Laster pro Stunde könnten zum Beispiel über die Römerstraße zur Deponie und wieder weg fahren. Die Prüfung läuft noch, in einem wichtigen Punkt herrscht jetzt allerdings Klarheit.

Die Linksniederrheinische Entwässerungsgesellschaft (Lineg) war von Anfang an am Verfahren beteiligt. Vor fast eineinhalb Jahren übernahm sie die Aufgabe, die Grundwasserströme an der Halde zu prüfen. Zum Hintergrund: Klaus Radny, Sprecher der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl, sagte am Anfang des Verfahrens zur NRZ: „Es ist nachgewiesen und dokumentiert, dass auf der Bergehalde bereits seit dem Ende des 2. Weltkriegs gefährliches Schüttgut und chemische Substanzen in großer Menge Jahrzehnte lang deponiert wurden.“

Was passiert, wenn sich das Gewicht auf der Halde erhöht?

Das Grundwasser der Halde läuft auf eine Lineg-Pumpe am Rehweg/Nikolai-Martynenko-Weg im Grenzbereich zwischen Moers und Baerl zu. Die Pumpe gibt das Wasser unterirdisch direkt in den Rhein weiter.

Bei der Lineg haben sich die Fachleute seither mit dem Thema beschäftigt und dabei auch Unterlagen der RAG einsehen können. Dr. Harald Heetjans, Laborleiter bei der Lineg, sagte am Freitag auf NRZ-Anfrage: „An der Pumpe kommen keine Schadstoffe an. Wir messen zweimal jährlich. Seit Jahrzehnten ist kein Austritt von Schadstoffen aus der Halde festzustellen.“ Aus dieser Sicht steht der Einrichtung der Deponie also offenbar nichts entgegen.

Auf die Frage, ob sich die Schadstoffe in Bewegung setzen, wenn die Halde bis Mitte der 2030er Jahre mit 5,4 Millionen Tonnen Schutt auf eine Höhe von über 80 Metern aufgefüllt wird, hat aber auch Heetjans keine Antwort. Deshalb hat die Lineg nach Auskunft von Heetjans vom Betreiber Deponie auf Halden 1 (DAH1) zusätzliche Messstellen gefordert.

Die erste Anlieferung ist für das Jahr 2021 vorgesehen

Die DAH1 gehört zu gleichen Teilen der RAG Montan Immobilien und der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet. Der DAH1-Sprecher war am Freitag nicht zu erreichen. Im Internet weist DAH1 jedoch darauf hin, dass ein Grundwassermonitoring im Deponierecht verbindlich geregelt sei. Zu einer Belastung des Grundwassers heißt es dort: „Null-Emissionen sind damit jedoch nicht gemeint, sondern Emissionen im Rahmen gesetzlich zulässiger Grenzwerte.“

Der Platz auf Deponien in NRW wird eng. 2017 stellte das damalige Umweltministerium fest, dass die Kapazitäten für die Deponieklasse 1 (zum Beispiel Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik,Boden, Steine, Baggergut und Gleisschotter) nur noch sieben Jahre reichen. Aus der Duisburger und der Moerser Politik kommt Widerstand gegen die Deponie auf der Bergehalde Lohmannsheide. Die DAH1 will ihren Antrag in diesem Jahr einreichen, die erste Anlieferung ist für das Jahr 2021 vorgesehen.Internet: www.dah1.de

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