Orden

Der Moerser Jürgen Schmude erhält den Landesverdienstorden

  Ministerpräsident Armin Laschet (links) hat dem Moerser Jürgen Schmude den Landesverdienstorden verliehen.   

  Ministerpräsident Armin Laschet (links) hat dem Moerser Jürgen Schmude den Landesverdienstorden verliehen.   

Moers/Düsseldorf.   NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zeichnet den früheren SPD-Bundesminister Jürgen Schmude aus Moers mit dem Landesverdienstorden aus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Hohe Auszeichnung für Jürgen Schmude: Der frühere SPD-Bundesminister aus Moers ist am Dienstag mit dem NRW-Verdienstorden ausgezeichnet worden. Es ist die höchste Ehrung, die das Land zu vergeben hat. Ministerpräsident Armin Laschet würdigte bei einer Feier in der Staatskanzlei in Düsseldorf Schmudes langjähriges Engagement in Politik und Kirche. 1985 bis 2003 war er Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Schmude ist einer von 19 Bürgerinnen und Bürgern, die den nordrhein-westfälischen Landesverdienstorden am Dienstag erhalten haben. Darunter sind neben Jürgen Schmude bekannte Persönlichkeiten wie der erste deutsche Kommandeur der Raumstation ISS, Alexander Gerst, der Jazz-Trompeter Till Brönner und die Kölner Fußballlegende Wolfgang Overath.

Freundlich, auf Ausgleich bedacht, unaufgeregt

„Viele Beobachter und Weggefährten beschreiben Sie als stets freundlich, auf Ausgleich bedacht und als ‘unaufgeregt’, sagte Ministerpräsident Armin Laschet an Jürgen Schmude gewandt. Sein Name werde aber vor allem in Politik und Kirche verbunden bleiben mit seinem Einsatz für Demokratie, für Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben. Dafür habe er sich ein Leben lang in vielen Ämtern und Ehrenämtern engagiert, zuletzt im Deutschen Ethikrat. „Wo Sie wirkten, haben Sie zusammengebracht, was zusammengehört, im wiedervereinigten Deutschland und in Ihrer Heimat am Niederrhein.“

Jürgen Schmude, 1936 im damaligen Ostpreußen geboren, floh mit seiner Familie 1944 vor der Roten Armee nach Westen und zog später an den Niederrhein. Flucht und Vertreibung mit all ihren schrecklichen Folgen gehören daher schon von Kindheit an zu seinem Leben. Nicht nur die Stadt Moers, ganz besonders auch die evangelische Kirche wurde für Schmude zur neuen Heimat, heißt es in der Laudatio.

Niemand war so lange EKD-Präses wie Schmude

Von 1969 bis 1994 gehörte der promovierte Jurist dem Deutschen Bundestag an. 1978 wurde der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesinnenminister erstmals ins Kabinett von Helmut Schmidt berufen, zunächst als Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, dann der Justiz.

1985 wählte die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland Jürgen Schmude erstmals zu ihrem Präses. Bei der Zusammenführung der evangelischen Kirchen in West- und Ostdeutschland nach dem Mauerfall sei ihm seine besonnene Art ebenso zugute gekommen wie seine Erfahrungen in der Bundespolitik, so die Laudatio. Er habe sich das Vertrauen seiner ostdeutschen Brüder und Schwestern erworben und blieb bis 2003 Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland, 18 Jahre lang. Kein Präses der EKD amtierte auch nur annähernd so lange wie er.

Eiin Freund des Moerser Schlosstheaters

„Kirche und Politik – hinzu kommt bei Jürgen Schmude seine Leidenschaft für Kunst und Kultur“, sagte Laschet. 1982 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des „Kulturraum Niederrhein“, einem grenzüberschreitenden Projekt für innovative Kunst. Stark engagiert ist Schmude auch bei den „Freunden des Schlosstheaters Moers“. 2005 bis 2012 war er Mitglied im Deutschen Ethikrat.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben