Seniorentag

Der Moerser Seniorentag im Jugendzentrum ist ein Erfolg

Der Pedelec-Simulator war gut ausgelastet.

Der Pedelec-Simulator war gut ausgelastet.

Foto: Arnulf Stoffel

Moers.   Das Moerser Seniorennetzwerk zeigt im Bollwerk 107 am Bahnhof, dass Bingo längst nicht alles ist: Die jungen Alten von heute sind ganz schön fit.

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Ein ungewohntes Treiben herrschte am Samstag im Jugend-Kulturzentrum Bollwerk 107. Wo sich gewöhnlich Jugendliche bei Comedy und Rockmusik tummeln, war diesmal die ältere Generation gefragt. Unter dem Motto „Aktiv im Herbst des Lebens“ informierte der 2. Moerser Seniorentag über Seniorenarbeit, wie man sie heute versteht.

„Wir werden alle älter, sind gesünder und bleiben länger fit als früher. Entsprechend muss sich auch der Umgang mit dem Alter ändern“, erklärt Wolfgang Angerhausen vom „Netzwerk 55plus“ in Meerbeck. „Wir als Stadtverwaltung müssen dies ebenfalls berücksichtigen und uns verstärkt darauf einstellen, nicht nur im Sinne älterer Menschen, sondern zum Wohle aller“, betonte Bürgermeister Christoph Fleischhauer.

Ein Drittel sind 60 Jahre und älter

Immerhin seien fast ein Drittel der Moerser Bürgerinnen und Bürger 60 Jahre und älter. Gut, dass es in Moers mit dem „Runden Tisch Offene Seniorenarbeit“ bereits ein funktionierendes „Netzwerk“ gebe.

Dieses besteht neben verschiedenen städtischen Einrichtungen aus vielen sozialen Organisationen, die von der Awo bis zum SCI reichen. Das Netzwerk ist auch Veranstalter des alle zwei Jahre stattfindenden Seniorentages.

„Wir wollen hiermit deutlich machen, dass Seniorenarbeit nicht nur aus dem Angebot von ‚Bingo‘ besteht“, so Kornelia Jordan, Leitstelle Älterwerden der Stadt.

Senioren übten sich im Graffiti-Sprühen

Dafür war die schon am Vormittag gut besuchte Veranstaltung im Bollwerk der beste Beweis: Neben Fachvorträgen zur Kriminalprävention, über Wohnformen im Alter und Wege aus der Einsamkeit, konnten sich die Besucher an Info-Ständen über das Angebot der einzelnen Organisationen informieren.

In Schnupperkursen konnte man sich in Sitz-Gymnastik, Singen, Tanzen und Yoga, draußen sogar im Graffiti-Sprühen üben. Den ganzen Tag über stark gefragt war der vom Kreissportbund Wesel angebotene „Alltags-Fitness-Test (AFT)“: „Puh, ganz schön anstrengend“, meinte eine 75 Jahre alte Dame nach erfolgreich absolviertem Parcours. „Die Moerser sind erstaunlich fit. Das zeigt, dass sie sich viel bewegen“, stellte Tester Joachim Köhler resümierend fest.

Pedelec-Simulator und Alterssimulationsanzug

Stets umlagert war auch der Pedelec-Simulator der Polizei, auf dem man Unterschiede zum normalen Fahrrad erfahren konnte: „Ich war erstaunt, dass ich trotz guter Reaktion einen so langen Bremsweg hatte“, wunderte sich Jutta Meike aus Moers, die mit 25 E-Bike-km/h unterwegs war.

Mehr für Jüngere gedacht war der „Alterssimulationsanzug“, der die typischen Effekte des Alterns verdeutlichte: „Den brauche ich nicht, ich weiß auch so, wie sich das anfühlt“, winkte ein älterer Besucher dankend ab.

Erwartungen wurden übertroffen

„Es war hochinteressant hier. Wir finden es gut, was in Moers alles für Senioren getan wird“, lobten Ilse und Helga, zwei schon etwas ältere Schwestern aus Moers. „Der Seniorentag hat unsere Erwartungen schon jetzt weit übertroffen“, freute sich Jordan am frühen Nachmittag.

„Wir sind ganz stolz, dies fast ganz mit ehrenamtlichem Engagement auf die Beine gestellt zu haben“, zeigte sich auch Wolfgang Angerhausen überglücklich, „dass alles so gut geklappt hat“. – Bingo wurde übrigens nicht angeboten...

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