Waldzustandsbericht

Die Förster sehen keinen Grund zur Sorge bei den Wäldern

Försterin Carolin Schlechter vom Regionalforstamt Niederrhein in Wesel mit ihrem Hund.

Foto: Ulla Giesen

Försterin Carolin Schlechter vom Regionalforstamt Niederrhein in Wesel mit ihrem Hund. Foto: Ulla Giesen

Am Niederrhein.   Der Waldzustandsbericht gibt einen regelmäßigen Überblick über den Zustand der Wälder. Am Niederrhein gibt es aktuell zwei Sorgenkinder.

Jedes Jahr machen sich Spezialtrupps von Förstern auf, um die Gesundheit der Bäume im Forst zu begutachten. Und jedes Jahr ergibt sich daraus der aktuelle Waldzustandsbericht. Der ist kürzlich wieder erschienen. Unterm Strich: Der Wald im Land ist nicht gerade kerngesund, kommt aber mit den widrigen klimatischen Veränderungen noch ganz gut klar – bis auf ein paar Sorgenkinder. Carolin Schlechter und Christian Pfeifer vom Regionalforstamt Niederrhein in Wesel berichten.

Sorgenkind Nummer eins: Die Eschen, die bekanntermaßen ein schönes Möbelholz liefern. „Sie leiden am Eschen-Triebsterben. Dabei bekommen sie einen Pilz, der Blätter, Triebe und Äste abfallen lässt. Am Ende ist der ganze Baum befallen und stirbt ab“, weiß Carolin Schlechter. Christian Pfeifer ergänzt: „Das ist beispielsweise bei den Eschen in der Littard hinter Vluyn deutlich zu sehen.“

Anfang 2018 würden dort die kranken Exemplare gefällt, damit die gesunden, die man für widerstandsfähig hält, wieder für gesunden Nachwuchs sorgen können. „Das ist zumindest der Plan. Wenn die Natur mitspielt“, sagen die Förster. Je voller die Krone, um so gesünder der Baum – so lautet das Grundgesetz im Wald. So begutachten die Experten denn auch hauptsächlich die Kronen der verschiedenen Baumarten.

Sorgenkind für Kommunen

Beim Regionalforstamt in Wesel werden 17 Prozent Eichen kultiviert. „Der Zustand ihrer Kronen hat sich etwas verschlechtert“, sagen die Experten. Dagegen wurde bei den Buchen (zehn Prozent Anteil des Waldes) eine leichte Verbesserung registriert. Dies hänge von Dingen ab wie dem Fraßschaden durch Schädlinge oder der Witterung im Frühjahr. „Es gibt diesmal weniger Bucheckern. Die Bäume konnten sich dadurch leicht erholen und mehr Laub entwickeln“, erklären die Förster. Grundsätzlich gelte: „Je mehr Laub ein Baum treibt, um so besser kommt er über die Vegetationsphase im Sommer.“

Noch ein Sorgenkind – allerdings eher für die Kommunen: Die Rosskastanien in den Städten werden von den Raupen der Minimiermotte zerfressen. „Die Blätter werden braun, sterben ab und fallen ab“, weiß die Försterin. Dann habe der Laie im Sommer den Eindruck, es werde schon Herbst. Dieses Phänomen ist schon seit einigen Jahren zu beobachten.

30 Prozent Kiefern und Lärchen gibt es beim Forstamt Niederrhein. Den Kiefern gehe es wegen der nassen Witterung schlechter, sie leiden an Pilzbefall, heißt es. Fichten halten dagegen den widrigeren Umständen stand. Und weiter: „Nur sechs Prozent Fichten und Douglasien gibt es bei uns. Sie haben sich ebenfalls leicht erholt.“ Probleme mit dem Borkenkäfer, der Fichten befalle, gebe es weniger.

Grundsätzlich macht das extreme Wetter den Wäldern zu schaffen. Sie mussten in den letzten Jahren mit heißen, trockenen Sommern oder sehr nassen, warmen Sommern klarkommen, erklärt Christian Pfeifer. Beispielsweise der extreme Frost Ende April des vergangenen Jahres, der habe viele Knospen kaputt gemacht. Pfeiffer: „Die Bäume mussten daher neu austreiben, was auch Stress bedeutet.“ Trotz allem sieht der Forstmann noch keinen Anlass zur Besorgnis, was die Zukunft der Wälder in der Region betrifft.

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