Nostalgiezauber

Die Moerser Neustraße zeigt beim Straßenfest, was sie hat

Spielen wie früher: Das macht richtig Spaß

Spielen wie früher: Das macht richtig Spaß

Foto: Heiko Kempken

Moers.   Die Geschäftsleute der Neustraße haben den richtigen Riecher: Ihr Nostalgiezauber kommt gut an. Wer ein paar Mark übrig hat, ist gern gesehen.

Eine sehnsuchtsvolle Hinwendung zu vergangenen Zeiten und Praktiken – so die Definition von Nostalgie im Lexikon. In vergangene Zeiten reisen, die Innenstadt mal anders erleben und beides mit einem gemütlichen Einkaufsbummel kombinieren: Das war am Samstag auf der Neustraße möglich.

Zum ersten Quartierfest namens „Nostalgiezauber“ lud die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) „Quartier Neustraße“ ein. Die Organisation des Festes hatten die Inhaber der Geschäfte Mundomio, Purnatur, Seconrella und Villa Wölkchen übernommen.

Das Gegenteil von Online-Shopping

Die Idee: „Wir möchten die Besucher einladen, die wenig frequentierten Ecken der Innenstadt zu entdecken“, sagte Achim Reps, Vorsitzender der ISG Moers und Quartiers-Sprecher.

21 Einzelhändler hatten ein Programm auf die Beine gestellt. „Das Fest ist eine Gemeinschaftsleistung. Angesichts den Zeiten von Online-Käufen und Rückgang des Einzelhandels vor Ort möchten wir zeigen, was unsere Innenstadt bietet“, so Reps. Das Konzept ging auf: Schon am frühen Samstagmittag kamen hunderte Besucher.

Bezahlen mit der alten D-Mark

Dort wartete eine Erlebnisstraße: Stimmungsvolle Live-Musik, Oldtimer-Schmuckstücke aus dem Jahre 1950 und nostalgische Süßigkeiten-Stände gehörten zum Repertoire. Zur Nostalgie gehört Fantasie: Zauberhafte Waldfeen auf hohen Stelzen und kostümierte Zeitreisende zogen Besucher in ihren Bann. In den Geschäften klingelte auf besondere Weise die Kasse: Kunden konnten mit D-Mark bezahlen. Pfennige oder Scheine – es sorgte für nostalgische Momente.

In der Villa Wölkchen verbanden Kunden den Besuch des „Nostalgiezaubers“ mit einem Bummel durch den Laden. Geschäftsführerin Christine Reps war überrascht, wie viele mit D-Mark bezahlten: „Viele haben ihre letzten D-Mark-Stücke mitgebracht und schätzen die Gelegenheit, noch mal auf diesem Wege einzukaufen.“

Geschichten und Märchen aus vergangenen Zeiten

Vor den Türen des Ladens startete ein historischer Rundgang mit Stadtführerin Anne-Rose Fusenig. Sie berichtete aus einer Zeit, als hier noch Autos entlangfuhren und Bilder schwarz-weiß waren. Geschichten und Märchen aus vergangenen Tagen erzählte Sigrid Niederholz.

Dass Spielen ganz nostalgisch auch ohne Computer und Smartphone klappt, zeigte sich vor dem Geschäft „Naturpur“: Die Kinder pusteten Seifenblasen, spielten mit Holzspielzeug und Hula-Hoop-Reifen und hatten sichtlich Spaß.

Öfter einen Abstecher in die Neustraße

Wenige Meter weiter trafen die Besucher auf die Steampunks Loreena von Stern, Tessa Gray und Clemens Kyrtz. Mit Gewand, Goggle-Brille und Kompass ließen sie sich fotografieren.

„Die Atmosphäre ist toll. Im nächsten Jahr kommen wir gerne wieder“, sagten die drei.

Besucherin Saskia Grahl und ihr Freund Felix ließen sich in der Fotobox des Fotostudio Barth auf die nostalgische Art ablichten: „Wir finden das Fest richtig toll. So genau haben wir uns die Neustraße noch nie angesehen. Jetzt wollen wir öfter mal einen Abstecher hierhin machen.“

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