Kriminalität

Die Stadt Moers hat ein Problemhaus – Vermieter ahnungslos

Luftaufnahme der Innenstadt von Moers. Im Stadtteil Hochstraß hat die Polizei ein Wohnhaus im Fokus; dort sollen zahlreiche einschlägig bekannte Kriminelle ihren Wohnsitz gemeldet haben.

Foto: Hans Blossey

Luftaufnahme der Innenstadt von Moers. Im Stadtteil Hochstraß hat die Polizei ein Wohnhaus im Fokus; dort sollen zahlreiche einschlägig bekannte Kriminelle ihren Wohnsitz gemeldet haben. Foto: Hans Blossey

Moers.   Offiziell stehen die Wohnungen an der Römerstraße leer, in Wirklichkeit aber platzen sie aus allen Nähten. Die Bewohner sind polizeibekannt.

Es ist eine Vorstellung, die für unmittelbaren Nachbarn ebenso schlimm sein dürfte wie für die Polizei oder die Stadtverwaltung: An der Römerstraße in Hochstraß hat in einem Achtfamilienhaus eine größere Anzahl rumänischer Staatsbürger offiziell einen Wohnsitz angemeldet. Was an sich nicht weiter schlimm wäre, wüsste der Vermieter auch nur ansatzweise von ihrer Existenz – und würde nicht ein Teil dieser Personen von der Polizei mit Straftaten wie Ladendiebstahl, Betrug, Einbruch und Taschendiebstahl in Verbindung gebracht.

Verdacht auf dutzende Straftaten: Keine kleinen Fische

Wobei es sich bei einigen der an der Römerstraße gemeldeten Personen – die meisten sind zwischen 16 und 40 Jahre alt – garantiert nicht um Gelegenheitsdiebe handelt. Gegen fünf von ihnen liegen Anfragen zur Aufenthaltsermittlung von Staatsanwaltschaften vor. Wie aus Polizeikreisen zu hören ist, werden allein fünf von ihnen mit 45 Ermittlungsvorgängen in Verbindung gebracht – einer davon mit zehn, einer gar mit 25 Straftaten. Das bedeutet: Einige sind Serientäter. Und dies, so heißt es, sei lediglich die Spitze des Eisberges. Die Dunkelziffer liege noch wesentlich höher.

Eigentümer des Gebäudes ist die Wohnungsgesellschaft Vonovia Se in Bochum. Dort waren die Verhältnisse an der Römerstraße unbekannt. „Acht Personen sind dort gemeldet“, erklärte am Montag Vonovia-Sprecherin Bettina Benner im Gespräch mit der NRZ. Von 53 Personen, von denen die Polizei ausgeht, weiß man dort nichts.

„Auffälligkeiten hat es dort nie gegeben“, so Bettina Benner weiter. Drei Wohnungen stünden aktuell leer; sie seien zuvor an eine GmbH vermietet gewesen, die dort Zeitarbeitskräfte untergebracht habe. Doch diese Wohnungen seien bereits zu Ende Januar und Ende Februar gekündigt worden.

Die Stadt hat die Aufsichtspflicht – und will prüfen

Wie die Stadt auf NRZ-Anfrage mitteilte, ist sie gemäß Wohnungsaufsichtsgesetz NRW für eine Überbelegung von Wohnraum zuständig. „Wir haben über unseren Fachdienst Wohnen die Zuständigkeit, sind aber auf Hinweise angewiesen“, so Stadtsprecher Klaus Janczyk. Die Gesamtzahl der Quadratmeter Wohnraum im Achtfamilienhaus reiche indes für 53 Personen aus.

Klaus Janczyk: „Wir werden Kontakt zu Vonovia aufnehmen und die Verhältnisse in dem Gebäude prüfen.“ Dies werde man aber nur im Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Polizei tun.

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