Open Data

Die Stadt Moers ist beim Thema Open Data ganz weit vorn

Symbolbild.

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Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Moers.  Die Stadt Moers gehörte seinerzeit zu den ersten Kommunen, die sich an Open Data beteiligt haben. Mittlerweile gibt’s mehr als 300 Datensätze...

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Als Claus Arndt vor sieben Jahren in Moers mit seinem Open-Data-Projekt an den Start gegangen ist, haben vermutlich viele seiner Kollegen in der Verwaltung den Kopf geschüttelt: Was soll nur diese Datensammelei? Heute steht die Stadtverwaltung im bundesweiten Vergleich gut da, und oft dürfen die Moerser anderen Kommunen auf deren digitalen Wegen Hilfestellungen geben. „Sie glauben ja nicht, was in Verwaltungen an Daten schlummert“, sagt Arndt.

Open Data impliziert: All jene Daten, die in der Verwaltung gesammelt worden sind, werden Dritten verfügbar gemacht. Davon ausgenommen sind selbstverständlich personenbezogene Daten, hier gilt der Datenschutz.

Rahmenbedingungen: Das Ganze passiert kostenlos und zur freien Verfügung sowie unter Null-Lizenz. „Das heißt, dass die Quelle nicht genannt werden muss“, erklärt der Datenexperte. Derzeit gibt es etwa 100 Kommunen in Deutschland, die offene Daten anbieten. „Wir waren unter den ersten“, sagt Arndt. „Langsam reift der Gedanke, dass man da einen unheimlichen Schatz hat.“

Open Data bietet einen großen Überblick

Durch Visualisierung werden schwierige Sachverhalte im wahrsten Wortsinne begreifbarer. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass man online ist. Beispiel Haushalt: Auf der Seite offenerhaushalt.de lässt sich der Moerser Haushalt appetitlich in Kachelform mit verschiedenen Farben darstellen. Wer sich tiefergehend für Aufwendungen bei den Schulträgeraufgaben interessiert, gelangt über die besagte Kachel weiter in das Thema hinein.

Geneigte Interessierte erhalten einen schnellen Überblick, ohne sich analog durch 1000 Seiten Haushalt wühlen zu müssen.

Über die offenen Daten sind viele weitere Informationen verfügbar: die Anzahl der Einwohner, der Hunde, Standorte von Defibrillatoren, öffentliche Toiletten, Anzahl der Ausleihen an der Moerser Bibliothek, Belegung der Sportstätten, die Bevölkerung in Sozialatlasbezirken und so weiter und so fort.

„Transparenz ist das Ziel von Open Data“, sagt Claus Arndt. Moers ist mittlerweile auch Teil einer Feinstaubkarte, die von Entwicklern aus Stuttgart erstellt wurde. An dem Punkt treffen sich übrigens Forschung und digitale Bildung. Denn: Die Feinstaubsensoren haben junge Leute auf einem der so genannten Hackdays gebaut. Über die Luftdatenkarte lässt sich nunmehr der Wert jedes einzelnen Sensors erkennen. Dadurch werden auf Wunsch auch die Bürgerinnen und Bürger zu Datenbereitstellern.

Wo die Vorteile der Digitalisierung noch zu erkennen sind? Im Bürgerservice. Die dortige Auslastung lässt sich bequem über das Netz erkunden. Wenn viel los ist, sollte man besser keinen Termin buchen. „Das wird nur noch getoppt durch Echtzeitdaten“, sagt Claus Arndt. Beispielsweise durch die Anzeige im Bürgerservice, wo sich die Busse der verschiedenen Buslinien gerade befinden. Das ist in Planung. Die Idee hat ein Entwickler beim jüngsten Hackday geliefert, sie wird gemeinsam mit der Stadt umgesetzt.

Ein weiteres Projekt ist der Aufbau des LoRaWAN-Netzes, der in Moers seit März dieses Jahres von einer breiteren Gemeinschaft durchgeführt wird. Besucher des Moers Festival haben bereits davon profitiert. Sie konnten über die von Lennart Fischer entwickelte FestivalApp in Echtzeit sehen, wo sich das Pianomobil gerade aufgehalten hat. Sehr praktisch. Ähnliches könnte sich Claus Arndt für den Nelkensamstagszug vorstellen. Dazu müsste nur der erste Wagen mit einem Sender ausgestattet werden.

Arndt: „Für uns ist es ein zentrales Feature, weil es die Möglichkeit bietet, Daten unabhängig vom Wlan weiterzugeben. Das Procedere funktioniert kurz gesagt so: Im Stadtgebiet verteilte Sensoren sammeln Daten, die an Empfangsstationen (gateways) weitergegeben werden, die sie wiederum in die Netzwerke verteilen. Über diesen Weg kann im Übrigen auch die Feinstaubmessung weiter ausgedehnt werden.

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Über die Appstores der Mobiltelefone lässt sich eine App laden, die Babybenamsen heißt. Diese App ist von einem Berliner Entwickler auf den Markt gebracht worden. „Das ist die erste App, die aufgrund von Moerser Daten entwickelt worden ist“, sagt Claus Arndt. Denn: Die Vornamen waren fast der erste Moerser Datensatz.

Insgesamt liegen im Zuge von Open Data rund 340 Datensätze aus Moers vor.

Der Kreis Wesel bietet mittlerweile auch offene Daten an, ebenso die Stadt Wesel.

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