Einzelhandel

Die Zukunft des Werberings in Moers ist ungewiss

Der „Moerser Herbst“ im Oktober 2017.

Der „Moerser Herbst“ im Oktober 2017.

Foto: Arnulf Stoffel

Moers.   Kurz vor der Jahresversammlung zieht Vorsitzender Dirk Elfgen eine negative Bilanz. Laut Elfgen ist es möglich, dass sich der Werbering auflöst.

Eineinhalb Wochen vor der Jahresversammlung des Werberings zieht der Vorsitzende Dirk Elfgen eine insgesamt negative Bilanz der Arbeit der Händlergemeinschaft für das Jahr 2017. Wie und ob es nach dem Treffen am 24. Januar weitergeht, ist offen.

2017 sei für den Werbering ein schwieriges Jahr gewesen, in dem die gesteckten Ziele definitiv nicht erreicht wurden, schreibt Dirk Elfgen. So sei es trotz vieler Gespräche nicht gelungen, die Mitgliederzahl signifikant zu erhöhen, so Elfgen. Überhaupt gebe es zu wenig Rückhalt für die Organisation: „Die vielen Filialisten in der Innenstadt beteiligen sich leider so gut wie gar nicht an der aktiven Arbeit des Werberinges, die kleinen Einzelhändler sind oft so sehr mit der Führung ihres Geschäftes beschäftigt, dass sie für ein aktives Engagement keine Ressourcen übrig haben.“ Insgesamt würden Versammlungen, Informationen und Newsletter nur wenig beachtet.

Ein Nachfolgekandidat ist bislang nicht bekannt

Der Vorsitzende erinnert auch daran, wie der Werbering endgültig in die Krise rutschte: Nach dem heftig kritisierten „Moerser Herbst“ legten seine beiden Stellvertreter ihre Posten nieder und traten aus der Organisation aus. Dirk Elfgen stellte seinen Vorsitz zur Vorstandsneuwahl zur Verfügung. Ein Nachfolgekandidat ist bislang nicht bekannt.

Nicht auszuschließen ist auch, dass sich der Werbering auflöst. Dirk Elfgen zieht die Möglichkeit jedenfalls selbst in Betracht, wenn er schreibt, dass am 24. Januar geklärt werden solle, „inwieweit ein neuer Anlauf für den Werbering Sinn macht“. Neben den strukturellen Problemen, mit denen auch Kaufmannschaften anderer Städte zu kämpfen haben, gebe es speziell in Moers zu viele Gruppierungen in der Innenstadt: „Jede macht da ihr Ding und sammelt auch getrennt Geld ein. Das zersplittert aber die Handlungsfähigkeit für gemeinsame Aktionen und macht eine Zusammenarbeit auch zwischen Händlerschaft und Stadtverwaltung schwierig, da stets andere Personen und Gruppen die Ansprechpartner stellen.“ Stadtfeste und Werbeaktionen seien aber eben nur gemeinsam finanzierbar. Elfgen fürchtet, dass es in der Konsequenz künftig keine verkaufsoffenen Sonntage mehr in Moers geben werde.

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