Literatur

Drei Frauen räumen beim 22. Moerser Literaturpreis ab

Der Chor Joyful Voices gestaltete den musikalischen Part der Preisverleihung.

Der Chor Joyful Voices gestaltete den musikalischen Part der Preisverleihung.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Geballte Frauenpower beim 22. Moerser Literaturpreis: Sabine Frambach, Anne Stolle und Christin Habermann überzeugten die Jury.

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Wer ein Buch aufblättert, kann in andere Welten abtauchen. Welche Talente hinter der Literatur stehen, konnte man am Sonntag erleben. Die Moerser Gesellschaft zur Förderung des literarischen Lebens, die Rheinische Post und die Volksbank Niederrhein luden zur Verleihung des 22. Moerser Literaturpreises in die Musikschule ein.

Das Konzept: Autoren im Alter zwischen 16 und 45 Jahren konnten sich von März bis Juli bewerben. Dazu reichten sie anonym unveröffentlichte Prosatexte ein. „60 Autoren und Autorinnen haben wir bisher ausgezeichnet. Ein Drittel von ihnen hat einen professionellen Verlag gefunden“, sagte Moderatorin Andrea Reichert. Reichert wurde selbst 2010 mit dem Moerser Literaturpreis ausgezeichnet.

„Jeder kennt das Problem der falschen Freundschaften

Rund 100 Leute besuchten die Preisverleihung. Stimmungsvoll eröffnete der Moerser Chor „Joyful Voices“ die Veranstaltung. In ihrem musikalischen Intermezzo wählten sie Lieder zum Thema „Falsche Freunde“ aus. Eben dieses Motto bildete den Rahmen für die diesjährigen literarischen Texte. „In einer Zeit, in der Algorithmen unser Leben prägen, begegnen wir vielen falschen Freunden“, sagte Festredner Konrad Göke. „Jeder kennt das Problem der falschen Freundschaften.“ Über viele Bewerbungen für den Literaturpreis freute sich Dr. Bozena Badura, die Leiterin der Moerser Gesellschaft zur Förderung des literarischen Lebens: „So viele tolle Werke haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.“

Diesmal siegte die Frauenpower. Drei Autorinnen überzeugten ganz besonders. Über den dritten Platz freute sich Christin Habermann. Die junge Autorin las aus ihrem Werk „Vollidiot“ – eine fiktiv-humorige Geschichte, in der ein Möchtegern-Nazi auf richterliche Anweisung die Deutschkenntnisse im Ausländer-Sprachkurs auffrischen muss. Nicht fern lag da das Spiel mit den „Falschen Freunden“, den Wortpaaren aus verschiedenen Sprachen, die sich ähneln, aber komplett verschiedene Bedeutungen haben. Zwischen Freundschaften mit Flüchtlingen und grammatikalischen Überforderungen stand der Endsatz: „In der deutschen Grammatik gibt es keine falschen Freunde, nur Vollidioten.“

Den zweiten Platz gewann Anne Stolle, die in ihrem Werk „Wenn die Maden kommen“ eindrucksvoll bildlich über falsche Freunde auf Beerdigungen nachdachte. Sabine Frambach gewann den ersten Platz. Ihre Geschichte namens „Die Kopistin oder: Oktober, November, fallende Blätter“ handelte vom Aufschauen zu einer Freundin, vom Kopieren ihres Äußeren und dem Vertrauen in sich selbst.

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