Selbsthilfegruppe

Duisburgs Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs feiert Jubiläum

Brigitte Baß ist Vorsitzende der Duisburger "Frauenselbsthilfe nach Krebs", die 40-jähriges Bestehen feiert.

Brigitte Baß ist Vorsitzende der Duisburger "Frauenselbsthilfe nach Krebs", die 40-jähriges Bestehen feiert.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Seit 40 Jahren treffen sich Frauen, nachdem sie an Krebs erkrankt sind. Gemeinsam trotzen sie der Krankheit – mit Gesprächen und bunten Aktionen.

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Als vor genau 40 Jahren Duisburgs erste „Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs“ entstand, war der Umgang mit der Krankheit noch ein ganz anderer als heute. „Über Krebs wurde nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen“, weiß Leiterin Brigitte Baß aus Rheinhausen. Sie selbst ist schon früh mit der Krankheit in Kontakt gekommen: „Bei mir ist damals die Großmutter schwer erkrankt.“ Zu diesem Zeitpunkt nehmen viele Menschen Krebs wie eine ansteckende Krankheit wahr, viele Betroffene fühlen sich mit ihren Sorgen und Ängsten allein gelassen. Aus diesem Grund gründen Frauen in Mannheim 1976 die erste Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs, weitere folgen deutschlandweit. So auch in Duisburg.

„Die Frauen haben sich Gespräche auf Augenhöhe gewünscht“, erzählt Brigitte Baß. Und genau darum geht es bis heute bei den Treffen im Katholischen Bildungswerk am Wieberplatz 2. Vorwiegend an Brustkrebs, aber auch an anderen Krebsarten erkrankte Frauen treffen sich immer am vierten Montag des Monats zwischen 16 und 18 Uhr, um miteinander ins Gespräch zu kommen. „Wir reden aber nicht nur über Krankheiten“, betont Baß. „Wir feiern auch gemeinsam Karneval oder machen Touren.“ Außerdem informieren immer wieder geladene Experten über verschiedene Themen wie Yoga, Sicherheit an der Wohnungstür oder auch über die eigene Patientenverfügung.

Gemeinsam stark sein

Insgesamt 30 Frauen gehören zum festen Stamm der Selbsthilfegruppe. Für sie sei vor allem der persönliche Kontakt zu anderen wichtig, so Baß. Doch es gebe ebenfalls immer wieder Frauen, die sich lediglich telefonisch bei ihr melden wollten. Auch das sei natürlich möglich. Sie alle feierten am Montag gemeinsam ihr großes Jubiläum mit Ehrengästen wie der Bürgermeisterin des Bezirks Duisburg-Mitte, Elvira Ulitzka, oder der Leitung der Katholischen Bildungsstätte, die ihnen seit 40 Jahren die Räume kostenlos zur Verfügung stellt. Der Gospelchor aus Rumeln-Kaldenhausen unter Leitung von Jochen Kleinkorres sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Und was wünscht sich die Leiterin für die Zukunft der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs? „Dass junge Frauen die Gruppe übernehmen“, sagt Baß. Denn mit ihren 67 Jahren gehört sie selbst zwar noch zu den Jüngeren, doch nach vier Jahren würde sie die Position gerne auch mal anderen übergeben. Dass es von denen nicht allzu viele gibt, ist natürlich auch ein durchaus positives Zeichen. „Die Heilungschancen sind sehr gut geworden und viele können nach ihrer Krebserkrankung wieder in ihren Beruf einsteigen, so dass sie nicht so viel Zeit für ein nachmittägliches Treffen haben.“ Für alle anderen bleiben die monatlichen Treffen enorm wichtig – auch nach 40 Jahren.

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