Ein Orchester auf Profiniveau

Moers.   Dieses Mal war es besonders eng auf der Bühne: Das Niederrheinische Kammerorchester Moers ist größer geworden – 36 Musiker haben am Samstag- und Sonntagabend im Martinstift das musikalische Jahr des Orchesters mit dem traditionellen Weihnachtskonzert beendet.

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Dieses Mal war es besonders eng auf der Bühne: Das Niederrheinische Kammerorchester Moers ist größer geworden – 36 Musiker haben am Samstag- und Sonntagabend im Martinstift das musikalische Jahr des Orchesters mit dem traditionellen Weihnachtskonzert beendet.

Beide Vorstellungen waren mit jeweils 190 Karten ausverkauft. „Die Konzerte sind immer noch sehr begehrt. Ich denke es liegt an der Barockmusik, die stilistisch zu Weihnachten passt“, erklärte die Vorsitzende des Kammerorchesters, Birgit Grupp. Eröffnet wurde das Konzert mit Christoph Graupners Ouverture c-Moll GWV 411.

Auf den langsamen, punktierten Anfang folgte ein schnellerer Mittelteil, bis dann wieder das Anfangsmotiv in verkürzter Form gespielt wurde. Danach folgten Graupners sieben Sätze, die er alle „Air“ nannte und gelegentlich mit Tempoangaben versehen hatte. Schwungvolle und langsamere Sätze wie das Air 3 – Allegro und das Air – Largo prägten das erste Stück. Dafür gab es bereits reichlich Applaus. Weiter ging es mit dem Konzert für zwei Violinen und Orchester d-Moll BWV 1043 von Johann Sebastian Bach. „Musikalisch gesehen betreten wir bei Bach wieder vertrauteres Gelände“, sagte der musikalische Leiter Michael Preiser.

Das Besondere an diesem Stück: Die beiden solistischen Violinenstimmen wurden von den Geschwistern Nathan (16) und Elias (15) Bergé gespielt. Die Brüder sind Schüler von Konzertmeisterin Ludmilla Chramkova und wurden in diesem Jahr als Duo Preisträger auf Bundesebene des „Jugend musiziert“-Wettbewerbes.

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, jungen Nachwuchs zu fördern. Daher haben wir in diesem Jahr auch viele neue Jugendliche für das Orchester gewinnen können“, sagte Preiser. Das Orchester, bestehend aus 25 Violinen, fünf Violas, vier Violoncelli, einem Kontrabass und einem Cembalo, spielten ganz zurückgenommen, so dass das virtuose Spiel der Solisten dominierte.

Nach der Pause ging es mit der Ouverture in C von Carl Heinrich Graun und der Sinfonia in C weiter. Ob die Sinfonia nun von Carl Heinrich oder seinem Bruder Johann Gottlieb Graun komponiert wurde, ist ungewiss. Die drei Sätze: Ein schnelles Allegro, ein langsameres Andante und zum Schluss ein noch schnelleres Presto spielten die Musiker mit Bravour.

Seit Oktober haben die Musiker für das Weihnachtskonzert geprobt. „Der Großteil des Orchesters besteht aus ambitionierten Amateuren“, sagte die Vorsitzende Grupp. Davon war am Wochenende jedoch nichts zu hören. Das letzte orchestrale Werk war Carl Philipp Emanuel Bachs Konzert für Violoncello und Orchester in B-Dur Wq 171, bei dem Thomas Weihrauch den Solopart am Cello übernahm. Eine Tradition gab es am Ende: Gemeinsam wurde mit dem Publikum das Adventslied Tochter Zion gesungen.

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