Weltkindertag

Ein Tag für Kinderrechte in Kamp-Lintfort und Moers

Der Weltkindertag am 20. September wurde in der Vergangenheit auch schon einmal größer und politischer in der Region gefeiert.

Der Weltkindertag am 20. September wurde in der Vergangenheit auch schon einmal größer und politischer in der Region gefeiert.

Foto: Archiv / NRZ

Kamp-Lintfort/Moers/Neukirchen-Vluyn.  Am Freitag, 20. September, soll der Weltkindertag auf die Bedürfnisse der Jüngsten in unserer Gesellschaft aufmerksam machen – mit Spiel und Spaß

Bereits seit 1954 gibt es ihn – und das in 145 Staaten der Welt. Doch wirklich bekannt ist der Weltkindertag, der am 20. September auf die besonderen Bedürfnisse und Rechte von Kindern aufmerksam machen soll, auch heute noch nicht überall. Auf den Tag angesprochen, fragen selbst Mitarbeiter der Kommunen und Ehrenamtler aus Vereinen, die sich mit Kindern und ihren Problemen befassen: „Wann ist der nochmal?“ Vielleicht Reaktionen, die darauf schließen lassen könnten, welchen Stellenwert die Themen der Kinder tatsächlich in unserer Gesellschaft haben...

Landscheidt: „Auch hier leben Kinder in Armut“

„Es gibt allen Grund, sich den Rechten – vor allem vernachlässigter – Kinder zu widmen“, meint Christoph Landscheidt, Bürgermeister von Kamp-Lintfort. Denn „auch hier in der Region leben Kinder in Armut, erleben Gewalt, Misshandlungen und Missbrauch“, so der Bürgermeister. „Gerade unsere reiche Gesellschaft hat einen erheblichen Nachholbedarf, wenn es um den Schutz, die Rechte und Bedürfnissen von Kindern geht.“

Auch Margit Ciesielski, Erste Beigeordnete und Kämmerin der Stadt Neukirchen-Vluyn findet, dass die Rechte von Kindern sichtbar zu machen, ein wichtiges Anliegen sei. „Der Weltkindertag schafft dies mit seinen vielfältigen Aktionen, öffentlicher wie privater Natur.“ Dennoch: politische Aktionen und Demonstrationen, die den Weltkindertag stärker in das gesellschaftliche Bewusstsein rücken, gibt es weder in Neukirchen-Vluyn, noch in Kamp-Lintfort und auch nicht in Moers.

In Neukirchen-Vluyn ist nichts geplant zum Weltkindertag

„Bei der Stadtverwaltung ist derzeit nichts in Planung zum Weltkindertag“, heißt es bei der Pressestelle der Stadt Neukirchen-Vluyn. „Dezentrale Aktivitäten von Schulen und/oder Kindergärten sind natürlich möglich.“ In Kamp-Lintfort wird allerdings anlässlich des diesjährigen Weltkindertages die Aktion „PlayStation“ am Freitag, 20. September, von 15 bis 19 Uhr für Kinder und Familien auf dem Platz vor dem EK 3 vom Kulturverein Ka-Liber veranstaltet. Bei „Spiel-, Spaß- und Mitmachaktionen“ sollen die Kinder dabei nicht nur unterhalten, sondern auch „Themen wie Kinderschutz, Kinderpolitik und vor allem Kinderrechte in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Kinderbespaßung zum Weltkindertag steht auch in Moers an: die alljährliche Stadtteilrallye durch Repelen wird am Freitag, 20. September, im Stadtteil veranstaltet – mit Sport-, Spiel- und Bastelangeboten. Im Anschluss gibt es im Jugendzentrum Nord (JuNo) ab 17 Uhr ein Abschlussfest. Die Idee zum Programm entwickelte die Quartierkonferenz Repelen.

>>INFO<<

In Thüringen ist der Weltkindertag am 20. September erstmals ein Feiertag. Ein Modell auch für NRW? So antworteten die Vertreter der Kommunen:

Christoph Landscheidt, Bürgermeister Kamp-Lintfort: „Ich habe Zweifel daran, ob ein Feiertag dazu beitragen kann, den Ansprüchen von Kindern in unserer Gesellschaft Geltung zu verschaffen.“

Christoph Fleischhauer, Bürgermeister Moers: „Sich dem Thema ‘Kinder’ anzunehmen ist richtig. Ob es nötig ist, dafür einen Feiertag auszurufen, darüber lässt sich sicherlich trefflich streiten.“

Margit Ciesielski, Erste Beigeordnete und Kämmerin Neukirchen-Vluyn: „Ein gesetzlicher Feiertag kann die Sichtbarkeit erhöhen. Wichtiger ist aber das Bewusstsein um Kinder und Jugendliche und ihre Rechte, das uns das ganze Jahr begleiten sollte.“

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