Konzerte

Eine Stunde eingängige Melodien in der Stadtkirche Moers

Ein musikalischer Sommerabend mit Olaf Kordes, Wolfgang Tetzlaff und Karl Godejohann.

Ein musikalischer Sommerabend mit Olaf Kordes, Wolfgang Tetzlaff und Karl Godejohann.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Moers.  Die ev. Kirchengemeinde hat am Samstag zum musikalischen Sommerabend in die Stadtkirche eingeladen. Besucher loben die „Einladung zum Träumen“.

Während Moers auf dem Kastellplatz lautstark karibisch feierte, ging es am Freitag in der benachbarten Stadtkirche wesentlich leiser zu. Unter der Überschrift „heimlich, still und leise…“ hat dort der erste der von der evangelischen Kirchengemeinde veranstalteten musikalischen Sommerabende stattgefunden. Wieder einmal war das Jazztrio Kordes/Tetzlaff/Godejohann aus Bielefeld zu Gast.

Wobei „Jazz“ das Spiel der drei Klangkünstler am Konzertflügel, Kontrabass und Schlagzeug nur unzureichend beschreibt. Sie boten vielmehr ein vielseitiges Programm, das die Grenzen zwischen Jazz, Schlager und Klassik verschwimmen ließ.

Ein Spiel mit variierenden Lautstärken, Rhythmen und Tempi, das perfekt an die Kirchenraum-Akustik angepasst war. „Es ging uns darum, nicht gegen die besondere Akustik einer Kirche anzuspielen, sondern uns diese zunutze zu machen“, erklärte Arrangeur, Komponist und Pianist Olaf Kordes.

Es geht um Entschleunigung

Daneben gehe es um „Entschleunigung“ und um „Musik als Meditation“. Wie gut dies dem Trio gelang, bewies das musikalische Programm: Speziell arrangierte klassische Stücke wie „Resignazione“ von Franz Liszt oder das von Felix Mendelssohn inspirierte „Song for Peace“ wechselten sich mit Eigenkompositionen wie „Voiles“ (Segel) ab, wobei Karl Godejohann am Schlagzeug zeigte, dass eine Seefahrt nicht nur lustig, sondern auch ziemlich stürmisch sein kann.

Es folgten eingängige Melodien wie „Somewhere over the Rainbow“ von Harold Arlen und „Anastasia“ des italienischen Alt-Saxofonisten Stefano die Batista, bei denen insbesondere Bassist Wolfgang Tetzlaff seine Fingerfertigkeit demonstrieren konnte. Ruhig und melodiös ging es mit „Joan – Cape Town Flower“ des südafrikanischen Pianisten Abdullah Ibrahim weiter. Leidenschaftlich kam danach im Tango-Rhythmus „Milonga für Herrn L.“ daher, eine an Astor Piazollas „Milonga del Angel“ angelehnte Hommage an Martin Luther.

Es gibt noch vier Termine

Erholung bot zum Schluss das von Olaf Kordes komponierte „Ricreazione“, mit dem sich der musikalische Bogen schloss.

„Es war total entspannend, eine Einladung zum Träumen“, lobten zwei begeisterte Besucherinnen nach Ende des leider nur gut einstündigen Konzerts, das durchaus ein paar mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.

Die nächsten Termine der letztmalig vom scheidenden Kirchenkantor Axel Berchem organisierten Konzertreihe sind am 19. und 26. Juli sowie am 9. und 16. August, jeweils um 20.30 Uhr in der Stadtkirche.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben