Neukirchen-Vluyn.

Eine tolle Gemeinschaft

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Neukirchen-Vluyn.  Ende der vierziger Jahre – nach dem Krieg hatten Menschen aus ganz Deutschland in den Bergwerken an Rhein und Ruhr wieder ein Auskommen gefunden. So auch auf der Zeche Niederberg. „Was damals noch fehlte, waren Gemeinschaftsleben und Geselligkeit“, schildert Josef Schröder. Da gründeten 1949 Fritz Freitag und Ewald Platzer (um nur einige zu nennen) die „NBAG Schlosser-Kameradschaft“.

Am morgigen Samstag, 13. September, geht die Feier zum 65-jährigen Jubiläum über die Bühne. „Wenn die 65 auch kein richtiges Jubiläum ist, feiern wir es doch. Nach der Schließung Niederbergs vor 13 Jahren freuen wir uns, dass es uns noch gibt“, so Vorsitzender Schröder.

Zwei dicke Wolldeckenfürs Schlafzimmer

Hintergrund der Gemeinschaft war eine Freud- und Leid-Kasse, aus der die Mitglieder zu wichtigen Anlässen des Lebens mit Geld oder Geschenken bedacht wurden. Altbürgermeister Oskar Böhm kam Ende 1949 aus Bayern nach Niederberg und wurde auch gleich Mitglied in der Kameradschaft. Der 88-Jährige erinnert sich gut: „Als ich heiratete, bekam ich von der Kameradschaft zwei dicke Wolldecken fürs Schlafzimmer. Das war damals ein sehr großzügiges Geschenk.“ Schließlich verdiente er als junger Mann damals 9,60 Mark – und zwar pro Schicht.

Kräftig feiernnach harter Arbeit

Die Schlosserkameradschaft (heute gehören ihr längst nicht nur „Schlosser unter Tage“ an) prägte das Leben in der Stadt mit. Beispielsweise waren die Karnevalssitzungen der Niederberger Schlosser legendär. „Auch Max Henneck gehörte zu uns. Er hat später die Gesellschaft Neukirchen-Vlü-Ka-Ge gegründet“, schildert Schröder.

Schon die Vorbereitungen für die Feier im Saal zogen sich so hin, dass mancher danach gleich zur Nachtschicht fahren konnte. Oskar Böhm merkt an: „Auch die Jahresausflüge waren nicht von schlechten Eltern.“ Nach harter Arbeit wurde auch mal gern kräftig gefeiert. Anfangs noch im Saal Hackstein in Rayen. Später in der Kulturhalle.

Viel Kondition verlangte damals auch das Sammeln der Beiträge einem entsandten Mitglied ab. „Überall war man ja sehr gastfreundlich. Und überall gab’s was zu trinken...“, erinnert sich der Altbürgermeister noch lächelnd.

Auf die Jubiläumsfeier freuen sich alle schon sehr. „Früher sah man sich ja öfters auf der Arbeit...“, schildert Franz Göbbels als zweiter Vorsitzender. Noch heute gebe es 70 Mitglieder in der Gemeinschaft. „Zeitweise waren es über 300.“

Dia-Show mit Zechenbildernund Musik der „Püttrologen“

Das „65-Jährige“ steigt am 13. September im Saal Klingerhuf. Unter den Ehrengästen wird auch der stellvertretende Bürgermeister Kurt Best sein. Für Nostalgie wird eine Dia-Show mit Fotos von der Zeche Niederberg sorgen. Für Stimmung ist die Band „Die Püttrologen“ zuständig – längst in der Region bekannt und ebenfalls aus der Kameradschaft entstanden.

Die Feiern der Schlosser-Kameradschaft sind offenbar sehr beliebt. „Die Veranstaltung ist restlos ausverkauft“, erklärt Josef Schröder.

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