Moers Festival

Emilio Gordoa ist neuer Improviser in Residence in Moers

Emilio Gordoa möchte seinem Instrument mehr entlocken als „nur schöne Klänge“.

Emilio Gordoa möchte seinem Instrument mehr entlocken als „nur schöne Klänge“.

Foto: Norbert Prümen (nop)

Moers.   Der mexikanische Vibraphonist und Schlagzeuger ist Nachfolger von Josephine Bode, damit 12. Improviser in Residence. Er war schon mal in Moers.

Jetzt ist es raus: Der mexikanische Vibraphonist und Schlagzeuger Emilio Gordoa Rodriguez ist neuer Improviser in Residence. Er löst Josephine Bode ab, die am kommenden Samstag beim Übergabekonzert den Staffelstab weitergibt. Der 31-Jährige ist nicht nur ein virtuoser Musiker, sondern hat bei seiner Vorstellung am Donnerstag im SCI-Haus auch schauspielerische Fähigkeiten bewiesen.

Denn zunächst hatte der künstlerische Leiter des Moers Festival, Tim Isfort, angekündigt, es sei an der Zeit, dass ein Moerser den Job übernehme: nämlich er selbst. „Ich bin ein fantastischer Bassist“, lobte sich Isfort augenzwinkernd, außerdem spare das Geld und irgendwann reiche es auch „mit dem Gefiepse und Gepiepse“.

Der Improviser ist diesmal der Kellner

So ganz nebenbei orderte er ein Glas Wasser beim vermeintlichen Kellner, der dann am Tisch nebenan aber sukzessive mit Wasser befüllte Gläser zum Klingen brachte, bevor er sie an die Gäste verteilte. Spätestens da war klar: Das ist der Neue. Und schwups, zog er das weiße Tischtuch vom Vibraphon, um der versammelten Gesellschaft einen Eindruck seines Schaffens zu bieten.

Dabei ist der junge Mann aus Mexiko-City kein Unbekannter in Moers. Beim Moers Festival im vergangenen Jahr ist er in zweifacher Hinsicht aufgefallen. Er ist als Musiker in Nate Wooleys Seven Storey Mountain im Hauptprogramm aufgetreten und hat sich beim Projekt Composer Kids eingebracht.

Emilio Gordoa stammt aus einer Künstlerfamilie, sein Vater ist Musiker und seine Mutter Malerin. Seine musikalische Ausbildung begann er zunächst an einer privaten Hochschule, bevor er aufs Konser-vatorium seiner Heimatstadt wechselte. Dort studierte er klassisches Schlagzeug, aber auch Komposition bei Julio Estrada und Mario Lavista, zwei der bedeutendsten lateinamerikanischen Komponisten.

Emilio Gordoa hat sich viel vorgenommen

2012 ist Emilio Gordoa nach Berlin gezogen, wo er in der Szene bestens bekannt ist. Am Mittwochabend ist der sympathische Musiker mit Sack und Pack und seiner Freundin Lena – einer Visualkünstlerin übrigens – in Moers angekommen, wo er seine Residenz an der Kleinen Allee bezog.

Gordoa möchte viel Zeit in Moers verbringen, er behält zwar ein Zimmer in Berlin, wie er sagt. Aber für sein Jahr als Improviser in Residence hat er sich viel vorgenommen. Auch für ihn ist es eine Herausforderung. „Ich habe viele Ideen“, sagt Gordoa. Dazu gehören wie bei Josephine Bode Konzerte in der Residenz. „Es ist superspannend, wenn jemand die Grenzen seines Instrumentes auslotet“, sagt Tim Isfort. Emilio Gordoa macht das auf eindrucksvolle Weise. Es gehe auch darum, dem Instrument mehr zu entlocken als „nur den schönen Klang“.

Isfort dankte der Kulturstiftung NRW für die seit elf Jahren währende finanzielle Unterstützung.

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