Auskiesung am Niederrhein

Endspurt im Kampf gegen die Auskiesung in Kamp-Lintfort

Auf diesem Archivfoto ist zu erkennen, dass Kamp-Lintfort bereits ein Flickenteppich ist. Mehr soll es nicht werden, sagen die Kiesabbau-Gegner.

Auf diesem Archivfoto ist zu erkennen, dass Kamp-Lintfort bereits ein Flickenteppich ist. Mehr soll es nicht werden, sagen die Kiesabbau-Gegner.

Foto: imago stock

Kamp-Lintfort.   Im Landesentwicklungsplan sollen Auskiesungsgebiete am Niederrhein festgeschrieben werden. Der Widerstand formiert sich im Niederrheinappell.

Jetzt geht es gewissermaßen um die Wurst: Der neue Landesentwicklungsplan (LEP) kommt am Mittwoch, 15. Mai, zur ersten Anhörung in einen Fachausschuss des Düsseldorfer Landtages. Die Verabschiedung, so vermuten die Mitglieder der Interessengemeinschaft Dachsbruch, soll noch vor den Sommerferien erfolgen. Nur noch bis zu diesem Zeitpunkt können die Niederrheiner Einfluss auf die politische Entscheidungsfindung nehmen, so Helmut Wiedemann und Theo Rams von der IG Dachsbruch – deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, sich am „Niederrheinappell 2019“ zu beteiligen.

„Der Appell ist eine eindeutige Forderung an die Landespolitik“, erklärt Helmut Wiedemann. Und diese lautet: Macht endgültig Schluss mit dem Versuch, das Wickrather Feld zum Auskiesungsgebiet zu erklären. Wobei dies das Anliegen der IG Dachsbruch in Kamp-Lintfort ist; allerdings stehen hinter dem Niederrheinappell Organisationen von Kleve bis Viersen, die alle gegen die Auskiesungspläne auf die Barrikaden gehen.

Erhalt der niederrheinischen Kulturlandschaft wichtig

Rams und Wiedemann wollen die CDU-Landtagsabgeordneten hinter sich und die Bevölkerung bringen. Nach Aussage von CDU-Politikern gegenüber der IG Dachsbruch, so Wiedemann, sei die Auskiesung „die heilige Kuh der FDP“. Allerdings sollten sich die Abgeordneten des Landtages dem Wählerwillen verpflichtet fühlen, heben sie hervor. Und dieser Wählerwille dokumentiere sich in den Tausenden von Unterschriften, welche die Auskiesungsgegner bislang gesammelt haben.

Da alle Welt derzeit von Nachhaltigkeit rede und diese von der Politik immer wieder gefordert werde, müssten neben dem Erhalt der niederrheinischen Kulturlandschaft auch die Belange der Landwirtschaft an erster Stelle stehen. Kies werde nur einmal gewonnen, dann sei die Fläche verloren, so Theo Rams; Landwirte hingegen brauchen den Grund und Boden zur dauerhaften Nahrungsmittelerzeugung. „Die Landtagsabgeordneten der Kreise Wesel, Kleve, Viersen und Borken wissen, was die Bevölkerung nicht will“, so Theo Rams. Er erwartet von ihnen, diesen Bürgerwillen nicht auf dem Altar von Wirtschaftsinteressen zu opfern.

Bis zur ersten Anhörung bleibt nicht viel Zeit

Bis zur ersten Anhörung am 15. Mai bleibt nicht viel Zeit, die IG Dachbruch ruft alle Niederrheiner zum Endspurt im Kampf gegen die Auskiesung auf. Es liegen vielerorts Listen aus, die IG hat zudem 5000 Flyer drucken lassen, auf denen die Bürger ihre schriftliche Zustimmung zum Appell dokumentieren können. Noch einfacher geht es online auf der Homepage Niederrheinappell.de, auf der auch alle Informationen zu finden sind.

Die IG Dachsbruch will diesen Kampf endlich zum letzten Mal geführt haben. Helmut Wiedmann sagt: „Das muss ein Ende haben.“

>>INFO Diese Organisationen haben sich im Niederrheinappell zusammengeschlossen: IG Dachsbruch, IG Kiesgegner Alpen/ Millingen, IG Heier Kiesgegner, IG Sonsbeck, Rettet die Binnenheide, Nabu NRW, VSR Gewässerschutz, BUND Kreis Wesel, Eden e.V, BI Zukunft Esserden, Isselburg 21 e.V., IG Lankern/ Loikum (Hamminkeln), IG Mehrhoog (Hamminkeln), IG Schwalmtal for future, Fridays for Future Bewegung Kreis Kleve. Hinzu kommt aktuell noch eine Organisation aus Wachtendonk.

Jeder kann sich online beteiligen unter: niederrheinappell.de/stimme-abgeben

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