Soziales

Erfolgreiches Jahr für Neukirchen-Vluyner Bosnienhilfe

Heribert Hölz

Foto: privat

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Neukirchen-Vluyn.   Heribert Hölz und seiner Helfer sammeln über 140 000 Euro für die Menschen in Not. Bosnien werde zum Altersheim, junge Leute verließen das Land.

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Zahlen, die sich sehen lassen können: 87 Mal war der Neukirchen-Vluyner Heribert Hölz im Auftrag der Caritas Duisburg in Bosnien, um Hilfe vor Ort zu leisten, im Februar 1992 hatte er damit begonnen. Grund genug, um eine Bilanz des vergangenen Jahres zu ziehen: 143 000 Euro sammelte Hölz 2017 für den guten Zweck ein.

„Den größten Teil, 30 000 Euro, nimmt die Hilfe für die Suppenküche in Zenica ein“, sagt Hölz. Zwei Köchinnen und ein Fahrer würden von dem Geld bezahlt. „Viele der Bedürftigen, die das warme Essen bekommen, sind alt und krank und haben kein Auskommen.“

Auch die Alten- und Krankenhilfe in zwei kleineren Orten kostet jährlich viel Geld. „25 000 Euro brauchen wir dort, um zwei Krankenschwestern und Medikamente zu bezahlen“, sagt Hölz. Versicherungen gebe es in Bosnien nicht. Noch einmal 25 000 Euro kommen notleidenden Familien zugute. Diese Patenschaften kosten den Spender am Niederrhein oder in Duisburg 300 Euro im Jahr. „Das macht 25 Euro im Monat. Davon kann man in Bosnien immerhin 50 Brote kaufen.“ Dass jemand an diese Familien denke, sei auch psychologisch nicht zu unterschätzen.

Heribert Hölz: Es geht eher bergab

Viele Helfer und Hilfsorganisationen hätten sich in den vergangenen Jahren aus der Bosnienhilfe zurückgezogen, weiß Hölz. Auch eine schweizerische Organisation, die eine Suppenküche in Banja Luka unterhielt, hat Schluss gemacht. Hölz: „Wir springen dort ein und helfen wenigstens mit 15 000 Euro aus.“

Grundsätzlich habe er in all den Jahren den Eindruck gewonnen, dass es in Bosnien eher bergab als bergauf gehe. „Junge Leute, wenn sie etwas gelernt oder studiert haben, wandern nach Übersee aus. Ich kann das verstehen.“ Nach wie vor liege die Wirtschaft am Boden, niemand investiere dort. „Bosnien wird zum Altersheim“, betont er.

Eine zweite Genossenschaft wird vorbereitet

Eine zweite Bauerngenossenschaft sei in Vorbereitung, erläutert Heribert Hölz. Zur Bosnienhilfe gehörten daneben auch die kleinen Schafherden für arme Bauersfamilien, die Unterstützung für zwei Schulen mit Internat, Medikamente für die Caritashilfe sowie die Hilfe, die arme Familien mit Brennholz über den Winter bringe oder für Dächer über dem Kopf sorge.

Wiederaufleben soll das Marmeladekochen mit Ursula Hölz und ihren Helfern. „Sie hat beim letzten Besuch so viel Not gesehen, dass sie die Produktion trotz der vielen Arbeit wieder aufnehmen will“, sagt Heribert Hölz. Eigentlich habe man ja beim 60 000sten Glas aufgehört mit dem Projekt.

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