Comedy

Erneut ausverkauftes Heimspiel für Torsten Sträter in Moers

Torsten Sträter erhielt in der ausverkauften Enni-Eventhalle eine Menge Applaus.

Torsten Sträter erhielt in der ausverkauften Enni-Eventhalle eine Menge Applaus.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Moers.  Der Comedian Torsten Sträter hat in der erneut ausverkauften Enni-Eventhalle in Moers ein Heimspiel – und verrät auch einen Tipp für Weihnachten.

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Unter seiner schwarzen Beanie-Mütze lauern viele Geschichten und ein noch schwärzerer Humor. Komiker Torsten Sträter hat, wie er selbst sagt, „eine Fresse wie ein Lederputztuch“, und ist ein Ruhrgebietler durch und durch. Es ist die ehrliche Mischung, mit der er das Publikum begeistert. Vielen Fernsehzuschauern ist Sträter aus TV-Sendungen wie „Extra 3“ sowie mit dem Kabarettisten Dieter Nuhr bekannt. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehört der Förderpreis für innovative Aufführungen, den ihm die NRZ 2013 im Rahmen des Comedy Arts Festivals Moers verliehen hat. Der Dortmunder Jung Sträter kam am Samstag auf Einladung des Jugend- und Kulturzentrums Bollwerk nach Moers.

Und füllte komplett die Enni-Eventhalle mit 1330 Plätzen wie schon 2018. Jetzt eröffnete er den Abend mit seinem typischen Ausdruck: „Potzblitz!“ Torsten Sträter brachte etwas Winterliches mit: Sein aktuelles Bühnenprogramm heißt „Schnee, der auf Ceran fällt“. Sein Programm hat der 53-Jährige im Sommer geschrieben – zwischen rockigen Wacken-Konzerten, Hitzetemperaturen und Senioren, die Florian Silbereisen für das neue Wacken halten.

Einfach das Leben genießen: Für Sträter war das jahrelang wegen Depressionen kaum möglich. Heute engagiert er sich für die Deutsche Depressionsliga. Die Welt wird nicht übersichtlicher. Aber lustiger, findet Sträter. Da wären zum Beispiel Homöopathen: „Homöopathie ist was für die, denen Tic-Tacs zu teuer sind.“ Und Optiker? „Die benutzen Spezialgeräte, da guckste rein und alles ist immer unscharf.“ Amüsieren kann er sich über Impfgegner: „Früher kam ich mit Schusswunden vom Impfen nach Hause und niemand fragte, wie’s mir geht.“ Nötige Überlebens-Tipps bringt Sträter auch seinem 16-jährigen Sohn bei: „Esse niemals herumliegende Erdnüsse in einer Bar.“ Und: „Esse keine Bockwurst am Rastplatz, die vielleicht Landfrauen mit zerkratzten Gliedmaßen durchgerührt haben.“

Sträter ist nicht so der Vater-Lehrertyp: „Ich sag’ lieber: ‘Ey Kollege, pack’ die Playstation mal für mich auf die Ladestation.“ Sein Sohn telefoniert lieber mit seiner Freundin – acht Stunden lang: „Früher hat man ‘Hey Puppe’ gesagt, heute muss man acht Stunden telefonieren“, sagte Sträter und erntete Lacher. Eine grandios pointierte und mit sonorer Stimme vorgetragene Eingebung folgte der nächsten. Torsten Sträter hatte noch einen Tipp für Weihnachten: „Jedes Gespräch kann man in 30 Sekunden eskalieren.“ Wie? Einfach grundlos „Beruhig dich“ sagen und abwarten, wer ausflippt.

Für Sträters Auftritt und seine Botschaft, das Leben nicht zu ernst zu nehmen, gab es riesigen Applaus und den Wunsch, dass der Comedian bald wieder nach Moers kommt.

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