Wirtschaft

Eurotec-Zentrum in Moers setzt auf Netzwerke und Co-Working

Spende (v.l.): Geerd Simonis, Ingrid Hoffmann (Klartext für Kinder), Norbert Jansen, Birgit Banze (Klartext) und Susanne Kunath

Spende (v.l.): Geerd Simonis, Ingrid Hoffmann (Klartext für Kinder), Norbert Jansen, Birgit Banze (Klartext) und Susanne Kunath

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Ein neues Konzept und neue Inhaber bringen den Erfolg zurück. Das in den 1990er Jahren gegründete Dienstleistungszentrum in Moers ist ausgebucht.

Im alten Backsteinbau der Zeche Rheinpreußen auf dem Eurotec-Gelände herrscht reger Betrieb. „Wir sind seit einem Dreivierteljahr ausgebucht“, schildert Geschäftsführer Geerd Simonis zufrieden.

Seit dem Kauf durch das holländische Duo Geerd Simonis und Norbert Jansen 2017 weht frischer Wind im Büro- und Dienstleistungszentrum. Im Eingangsbereich, der lange Zeit eine große, trostlose Halle war, herrscht nun durch gemütliche Sitzgruppen eine freundliche Atmosphäre. Die Zahlen: Das „Eurotec Looop“ beherbergt auf 5000 Quadratmetern 50 Firmen mit rund 250 Mitarbeitern. Dazu gehören Edeka, ein Pflegedienst, Computerfirmen, Designer und viele andere.

Netzwerken beim Frühstückstreff

Geerd Simonis meint: „Das Immobiliengeschäft ist kalt, niemand kümmert sich um Menschen.“ Früh habe er dies festgestellt. So fühle er sich eher als „Firmenhotelier“ denn als Büro-Vermieter. Das Konzept: Die Vermietung (9 Euro/qm) umfasst viel Service, von der Rezeption und dem Hausmeister bis zu Bügel- oder Postdienst. Hinzu kommt die Vernetzung aller Mieter. Bei „Eurotec Looop“ geht es auch ums Zusammenarbeiten, Netzwerken und Kommunikation – wie beispielsweise am Mittwochmorgen beim Frühstückstreff der Firmeninhaber.

Designerin und Managerin Susanne Kunath räumt ein: „Einige ältere Mieter müssen sich erst ans Netzwerken gewöhnen. Aber die jüngeren ziehen sogar deshalb hier ein. Es ist doch ein schönes Gefühl hier zu arbeiten und an der Kaffeemaschine mal ein Pläuschchen zu halten.“

In den Niederlanden kümmert sich Simonis um ähnliche Projekte

Was Geerd Simonis auszeichnet, ist seine Liebe zu alten Industriegebäuden. Der Backsteinbau Rheinpreußen ist nicht der einzige, dem Simonis neues Leben eingehaucht hat. In Holland kümmert er sich um ähnliche, teils größere Objekte.

Eine, die die Wandlung des Eurotec-Gebäudes von 2001 an miterlebt hat, ist Mieterin Karin Schützler. Sie arbeitet für die österreichische Firma „Tiroler Bauernstadl“, die Tiroler Spezialitäten vertreibt. „Ich war schon unter der RAG-Führung hier. Es war anonym und trostlos.“ Die gesamte Mietergemeinschaft habe sich nun verändert. Und man genieße die kostenlosen Angebote wie Tischtennis, Kicker, den Kaffee oder die Fahrräder, mit denen man schnell ‘mal in die City fahren könne. „Mehrmals im Jahr treffen wir uns alle zum Frühstück, zum After-Work oder zum Grillabend. Es ist ein tolles Arbeiten hier, ich möchte hier nicht weg“, zieht Karin Schützler ein zufriedenes Fazit.

Und: Bei der jüngsten Weihnachtsfeier sammelten die Mieter und Firmeninhaber für „Klartext für Kinder“. Der Verein bekam anlässlich des aktuellen Frühstück-Treffs einen von den beiden Vermietern aufgestockten Scheck über 1000 Euro. Wieso eigentlich „Eurotec Looop“ mit drei Os: „Sonst wär’s ja langweilig. Das Leben ist grau genug“, meint Geerd Simonis.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben