Kirche

Evangelische Kirchengemeinden: Nur gemeinsam stark

Im Gemeindehaus an der Ackerstraße diskutierte die Kirchengemeinde Schwafheim die Kooperation mit anderen Gemeinden.

Im Gemeindehaus an der Ackerstraße diskutierte die Kirchengemeinde Schwafheim die Kooperation mit anderen Gemeinden.

Foto: Arnulf Stoffel

Moers.   In Schwafheim wurde über die Kooperation der Evangelischen Gemeinden gesprochen. Problem: Weniger Mitglieder und Einnahmen sowie Theologenmangel.

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Mitgliederschwund, sinkende Einnahmen, Theologenmangel und zu wenige Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren – das sind die auf den Nägeln brennenden Probleme, mit denen sich Kirchengemeinden heute und mehr noch in der Zukunft konfrontiert sehen. Ein Weg, um für die künftigen Herausforderungen besser gewappnet zu sein, liegt in der Kooperation oder dem Zusammenschluss mehrerer Gemeinden. Seit einigen Monaten führen deshalb auch die evangelischen Kirchengemeinden Moers, Kapellen und Schwafheim Gespräche für eine engere Zusammenarbeit.

„Nun ist es an der Zeit, Sie als Gemeindemitglieder mit in unsere Überlegungen einzubeziehen“, schrieb Pfarrer Claus Brandis im letzten Schwafheimer Gemeindebrief und lud am Sonntag zum Neujahrsempfang und einem allgemeinen Gemeindetag ein. Ein Angebot, das rund 70 der zurzeit noch 2450 Gemeindemitglieder wahrnahmen. Nach dem Gottesdienst und einem gemeinsamen Mittagessen ging es im Gemeindesaal an der Ackerstraße gleich zur Sache: Wird es in Zukunft noch regelmäßige Gottesdienste geben? Was ist mit den Finanzen?

Ehrenamtliches Engagement

Bleiben die gerade in Schwafheim vielfältigen sozialen und spirituellen Angebote vom Kindergarten bis zur Seniorenarbeit erhalten? Werden wir unsere Identität als familiäre, dörflich geprägte Glaubensgemeinschaft behalten können?

Das waren einige der drängendsten Fragen im Saal: „Wir waren immer eine Gemeinde mit ganz speziellem Charakter und der darf nicht unter die Räder kommen“, betonte Presbyter Thomas Franke. „Uns zeichnet ein sehr hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement aus. Sämtliche Angebote und Vorhaben werden (fast) ausschließlich von ehrenamtlichen Kräften getragen“, betonte auch Claus Brandis, seit zwölf Jahren Gemeindepfarrer. Doch vor allem der Theologenmangel lasse wohl keine andere Wahl: „Wenn wir auch künftig jeden Sonntag Gottesdienste haben wollen, geht das nur über die Kooperation mit anderen Gemeinden.“ Alle drei Presbyterien hätten deshalb beschlossen, sich auf den Weg eines Zusammenwachsens der drei Gemeinden zu begeben.

Erste Schritte seien bereits durch eine gemeinsame Pfarrstellenplanung und den Auftrag an eine Arbeitsgruppe erfolgt, ein Konzept für die künftigen Gottesdienste in Moers, Kapellen und Schwafheim zu erarbeiten: „Je größer unsere Gemeinde ist, desto vielfältiger sind auch die Möglichkeiten“, warb auch Diakonin Nina Kemmerich für das Projekt. Ob es nur eine Kooperation oder ein Zusammenschluss der drei Gemeinden sein wird, sollen – möglichst noch in diesem Jahr – die weiteren Gespräche zeigen. „Eine Chance, die wir uns nicht entgehen lassen sollten“, ist sich auch Pfarrer Brandis sicher.

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