Schule

Experiment gelungen: Sonde landet in Moers in einem Baum

Interessanter Fund: Amadeus Sagner (19, l.) und Felix Blask (20)mit der geborgenen Stratosphärensonde aus Münster.

Foto: Volker Herold

Interessanter Fund: Amadeus Sagner (19, l.) und Felix Blask (20)mit der geborgenen Stratosphärensonde aus Münster.

Moers.   Eine Stratosphärenballon-Sonde aus Münster fand sich in Moers wieder - just an einer Schule, wo man selbst jüngst ein solches Projekt machte.

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Ob es Fügung war, ist ungewiss. Aber die Box des Stratosphärenballons des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Münster landete im Februar bei Eiseskälte ausgerechnet in einem Baum neben der Anne-Frank-Gesamtschule in Rheinkamp. Dort hatten Physiklehrer Christian Eckold und seine Oberstufen-AG bekanntlich selbst schon im vergangenen Sommer einen Stratosphärenballon gestartet.

„Ausgerechnet bei uns landet die Box der Münsteraner“, meint Eckold. Jetzt konnte das fieberhaft gesuchte Stück beim Besuch der Münsteraner übergeben werden.

Pfiffige Idee: So führt Steine werfen zum Erfolg

Da hing das Ding im Februar im Baum in 25 Metern Höhe und war nicht aus dem Geäst zu bekommen. „Wir haben beispielsweise eine Teleskopstange gebaut. Das hat aber wegen der großen Höhe nicht funktioniert“, berichtet der Pädagoge über den Bergungsversuch bei Eiseskälte. Danach sei er krank geworden.

Hocherfreut war der Physiklehrer einige Tage später über eine Mail seiner Schüler: „Sie hatten die Box tatsächlich geborgen.“ Und zwar mit einer schlichten Methode: „David und Giovanni haben so lange Steine hochgeworfen, bis die dünne Perlonschnur riss und die Box mit der Sonde herunterfiel.“

In der Styropor-Box waren neben dem defekten Sender, der das Auffinden eigentlich ermöglichen sollte, noch Kameras und viele andere wertvolle Messgeräte sowie die Kontakt-Telefonnummer. Der Verlust wäre zu schade gewesen. Etwa 4000 Euro koste so ein Ballonprojekt, wie Eckold schildert. Um so froher war Lehrer Markus Rommen, als ihn eine Woche vor den Osterferien der Anruf seines Kollegen aus Moers erreichte: „Er sagte, er habe etwas, was wir wohl schon länger suchten.“

Da sei klar gewesen, dass es sich um die Sonde handeln musste. „Wir hatten sie fieberhaft gesucht, überall im Netz hatten wir Aufrufe gestartet.“ Sogar an der Lippe bei Wesel habe man wegen der letzten gesendeten Daten geforscht und sei enttäuscht wieder nach Münster gefahren. Als Dankeschön für die Moerser Kollegen und Schüler brachte die Abordnung aus Münster jetzt auch ein Geschenk mit: „Es ist ein technisches Bauteil für eine Sonde, mit dem noch mehr Messinstrumente angeschlossen werden können“, erläutert Rommen.

Ein paar wunderschöne Fotos aus 35 Kilometer Höhe

Ein paar wunderschöne Fotos haben die Moerser tatsächlich schon aus der fremden Box ausgelesen. Wie das von der gekrümmten Erde in strahlendem Blau und Weiß aus 35 Kilometern Höhe. „Die Bilder sind wegen des klaren Wetters toll geworden“, freut sich Eckold.

Wenn auch die jetzige Physik-AG im Abitur steht und bald verabschiedet wird, soll das Stratosphären-Projekt eine Neuauflage finden. „Es bedeutet für die Schüler ein Jahr Vorbereitung, viel zu rechnen, tüfteln und organisieren“, erklärt Eckold. Damit sei es bestens für eine Physik-AG geeignet.

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