Kunst

Faszinierende Lichtkunst im Bollwerk 107 in Moers

Annika Demmers Lichtkunst-Projekte sind ein Hingucker. Manchmal genügt schon eine Taschenlampe, um kunstvolle Effekte zu erzeugen.

Annika Demmers Lichtkunst-Projekte sind ein Hingucker. Manchmal genügt schon eine Taschenlampe, um kunstvolle Effekte zu erzeugen.

Foto: Privat

Moers.   Im NRZ-Sommergespräch spricht Lichtkunst-Fachfrau Annika Demmer über soziales Design. Ihre Projekte im Bollwerk sind stark nachgefragt.

Was soll man heute schon machen, wenn der Vater und der Großvater Schreiner waren? Klar, man wird Lichtkunst-Künstlerin. Diesen Weg hat jedenfalls Annika Demmer (31) eingeschlagen, die für das Bollwerk in den kommenden Monaten Workshops dazu anbietet.

Studiert hat die Leverkusenerin an der Ecosign-Akademie für Gestaltung in Köln. Beschäftigt hat sie sich mit Ökologie, Philosophie und, natürlich, mit Design. „Für mich ist es wichtig, dass Design nachhaltig und sozial ist“, sagt sie.

Höchste Anforderung an die Vorstellungskraft

Fürs Diplom hat sie sich mit Illustrationen beschäftigt, die sie aus der analogen Form ins digitale transformiert hat. Was auf den ersten Blick höchste Anforderungen an die Vorstellungskraft stellen mag, ist auf den zweiten eigentlich ziemlich nachvollziehbar.

Für die Jongleurin Anni Küpper hat sie zum Beispiel, ganz analog, ein Setting gebaut: eine Stadtlandschaft im Modell. Dann hat sie die Landschaft gefilmt und, um ein Vielfaches vergrößert, als Hintergrund bei Auftritten von Küpper laufen lassen. Küpper und Demmer zusammen sind übrigens das Künstlerduo Chimera.

Wunderbare Kreation

Das alles hat noch wenig mit Lichtkunst zu tun. Da setzt sie mittlerweile auf Apples Ipad und die Software Tagtool. Andere Hersteller, sagt sie, bieten auch die Möglichkeit, mit Tagtool zu arbeiten, doch das Ipad sei für sie das geeignete Mittel.

Mit der Software lassen sich wunderbare Dinge kreieren: „Ich mache mir vor einer Veranstaltung Gedanken, beginne dann mit einer Grundfigur und assoziiere dann in der Situation.“ Zusätzlich können die Formen animiert werden – und vergrößert.

Gearbeitet hat sie mit Ipad und Tagtool bereits für die Kölner Philharmonie, Besucher des Comedy Arts Festivals können sich in diesem Jahr im Foyer von der Kraft der Farben und Formen überzeugen.

Zurück nach Leverkusen

Eine andere Form von Annika Demmers Lichtkunst sind Licht-Graffiti: Mit einer Taschenlampe werden Formen erzeugt und mit einer Fotokamera festgehalten. „Die Licht-Graffiti sind für jeden zugänglich, lassen sich einfach herstellen, und man kann Spaß daran haben“, sagt Demmer.

Bei all’ den einfachen und komplexen Projekten verfolgt Annika Demmer mit ihrer Arbeit zwei Ziele: „Ich möchte den klassischen Kulturbegriff aus dem Museum holen und Jugendliche in ihrer Welt abholen.“

Ihre handwerklichen Arbeiten, zum Beispiel für Settings, erledigt sie, die lange Zeit in Köln gelebt hat, jetzt wieder in ihrer Heimat Leverkusen. Dort nutzt sie die Werkstatt ihres Vaters und ihres Großvaters. Wer will da noch sagen, dass Handwerk und Kunst nicht zusammenpassen?

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Tagtool-Workshops mit Annika Demmer sind am 23. September und am 16./17. Dezember im und am Bollwerk 107 am Bahnhof. Am 14. Oktober gibt es einen Workshop für Licht-Graffiti.

Annika Demmer ist Illustratorin, Graphic Recorderin und Lichtkünstlerin. Ihr Diplom machte sie an der Ecosign-Akademie in Köln.

Mit dem Tagtool können Zeichnungen und Animationen für eine Live-Performance erstellt werden. Dazu erklärt Annika Demmer: „Wir zeigen dir, wie du Lichtbilder deiner Partys kreativ animierst.“ Anmeldungen sind möglich per E-Mail oder WhatsApp: Mail an annika.demmer@bollwerk107.de, Nachricht an 0157/ 50 34 53 22.

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