Gastronomie

Gastronomen in Moers distanzieren sich von „Querdenker“-Demo

Polizisten einer Einsatzhundertschaft begleiteten die „Querdenker“-Demonstration am 9. November am Kö und beim Zug durch die Innenstadt.

Polizisten einer Einsatzhundertschaft begleiteten die „Querdenker“-Demonstration am 9. November am Kö und beim Zug durch die Innenstadt.

Foto: Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Moers.  Die „Querdenker“ rufen zum „Solidaritätsmarsch“ für die Gastronomie in Moers auf. Doch die Gastronomen distanzieren sich mit deutlichen Worten.

Die so genannten „Querdenker“ deklarieren ihre für Freitag geplante Demonstration in Moers gegen die Coronamaßnahmen als Solidaritätsmarsch für die örtliche Gastronomie. Doch die Gastronomen wurden gar nicht gefragt, ob sie die vermeintliche Solidarität wollen. Sie distanzieren sich deutlich von dem Aufruf und dessen Urhebern. Mehr Gefallen findet bei ihnen dagegen – augenzwinkernd – ein Beitrag des Ortsverbandes der Satirepartei „Die Partei“.

Es ist die vierte „Querdenker“-Veranstaltung in der Grafenstadt. In ihrer Pressemitteilung ist die Rede von „Corona-Schikanen“, auf die man mit dem „1. Solidaritätsmarsch für die Gastronomie“ antworten werde. „Das ist das Allerletzte“, empört sich Gerd Laß, Chef im Restaurant Gerds und gastronomisches Urgestein in Moers.

Weil sich zu viele Menschen nicht an die Regeln hielten, müssten die Restaurants zum zweiten Mal in diesem Jahr schließen, „ausgerechnet von denen lasse ich mich nicht vertreten, die will ich auch nicht in meinem Restaurant.“ Als Laß sein „Gerds“ nach dem ersten Lockdown wieder öffnen konnte, lag auf jedem Tisch ein Zettel mit den Regeln, die beim Besuch seines Restaurants zu beachten waren.

Darauf, so berichtet er, war auch die Anmerkung zu lesen, dass er keine Diskussion darüber wolle und jeder, der die Regeln nicht einhalte, das Haus zu verlassen habe: „Ich habe mit diesen Leuten nichts zu tun.“

Auch Michael Kurlbaum, Inhaber des gleichnamigen Restaurants in der Innenstadt, ist sauer: „Diese Demonstration zum Solidaritätsmarsch mit der Gastronomie zu erklären, ist perfide und unverschämt“, sagt er. „Ich distanziere mich eindeutig von Nulldenkern, ich habe mit denen nichts zu tun und will mit ihnen nicht in einer Zeile genannt werden.“

Eine Abfuhr erteilt auch Stipe Madzar den „Querdenkern“: „Diese Leute sind nicht befähigt, für uns zu sprechen“, sagt der Betreiber des Grafschafter Wirtshauses und des Café Extrablatt. Diese Art „Solidarität“ werde den Gastronomen eher schaden: „Die unterstützen uns nicht, das nutzt nur ihnen selbst.“

Madzar hat ein Beitrag der Satirepartei „Die Partei“ gefallen, die mehrfach Gegenveranstaltungen zu den „Querdenkern“ organisiert hat. Auf Facebook hatte die „Partei“ am Dienstag den Clip gepostet. Unter dem Motto „Schwurbler spazieren, wir schnabulieren“ ruft sie dazu auf, zu Hause den Ofen aus zu lassen (#ofenaus) und an einem Abend den Außerhausverkauf von Moerser Restaurants zu nutzen. Laut „Partei“-Chef Carsten Born hat der Clip bis Donnerstagmittag mehr als 12.000 User erreicht und ist 121 Mal geteilt worden.

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