Politik

Groschek sagt für Moers ab, die Diskussion findet statt

SPD: Ohne Groschek, aber mit Yetim und Ehrmann.

SPD: Ohne Groschek, aber mit Yetim und Ehrmann.

Foto: Norbert Prümen

Moers.   Die SPD redet auch ohne den geplanten Dialog mit dem Landesvorsitzenden Klartext. Für Ibrahim Yetim geht es um die Zukunft der Partei.

Der SPD-Landesvorsitzende Michael Groschek hat seine Teilnahme an der Mitgliederversammlung in Moers am Mittwochabend abgesagt. Die geplante Aussprache über die künftige Richtung der Partei gab es dennoch.

Knapp einhundert Sozialdemokraten waren zum SCI in die ehemalige Volksschule am Hanns-Albeck-Platz gekommen, um mit Groschek zu reden. Themen gibt es bei der SPD zurzeit ja genug. Der Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim ordnete das so ein: „Es geht um viel, es geht um die Zukunft der Partei. Wir müssen uns fragen, was wir anders machen können, auch hier in Moers.“

Dass die Geschehnisse der vergangenen Wochen und Monate tiefe Spuren auf der sozialdemokratischen Seele hinterlassen haben, bestätigte zum Beispiel Axel Sandhofen: „Ich bin seit 1972 in der Partei und bin noch nie so tief enttäuscht worden, wie jetzt von der Parteispitze.“ Für ihn sieht die Richtung der SPD so aus: „Wir müssen Antworten finden im Sinne einer linken Volkspartei.“

Kaum Verständnis für die Verhandlungen zur Großen Koalition hat auch Reinhard Weichelt: „Ich habe in der gesamten Diskussion nicht verstanden, was die Ziele der SPD sind.“

Dr. Jürgen Schmude schlug vor, über den Bundestagsabgeordneten Mahmut Özdemir (Duisburg) viermal jährlich einen Austausch zu organisieren, damit Moerser Ideen und Sichtweisen auch den Weg nach Berlin finden. Moers hat seit der Wahl im vergangenen September keinen eigenen Abgeordneten mehr.

Ein Teilnehmer wünschte sich dringend mehr Informationen aus den Ortsvereinen und der Ratsfraktion. Jan Dieren, stellvertretender Juso-Vorsitzender im Bund, forderte die Mitglieder auf: „Die offene Debatte hat uns attraktiv gemacht. Wir müssen weiter streiten, mit Menschen und Gruppen innerhalb und außerhalb der Partei.“ Dass die Partei attraktiv geworden sei, konnten Klaus Dieter Vinschen und andere Teilnehmer nicht nachvollziehen.

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