Stadtentwicklung

Große Pläne für kleine Höfe in der Moerser Innenstadt

Moers.   Das „Quartier Haagstraße“ soll die städtebaulichen Werte der Altstadt übernehmen. Kleinteiligkeit ist gefragt. Architekten stellen Entwürfe vor.

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Das alte Gefängnis an der Haagstraße steht seit langem leer, die evangelische Gemeinde will sich vom Tersteegenhaus an der Kleinen Allee trennen, beim Ar­beitsamt an der Hanckwitzstraße lohnt kaum die Sanierung. Grund genug also, sich Gedanken um die Zukunft dieser mitten in der Innenstadt gelegenen Flächen zu machen. In einem so genannten Werkstattverfahren, finanziert durch Städtebaufördermittel des Landes, suchte die Stadt nach Ideen für die Gestaltung des „Quartiers Haagstraße“. Am Dienstagnachmittag wurden die beiden Siegerentwürfe im Rathaus vorgestellt.

Dass es sich um drei Grundstückseigentümer handelt, macht die Sache nicht eben einfacher. Lediglich Pfarrer Thorsten Maes verfolgte als Vertreter der evangelischen Gemeinde die Präsentation. Doch auch wenn sich bei drei Grundstücken vielleicht drei Bauabschnitte ergeben würden, so zeigten sich die beiden Entwürfe für das Quartier Haagstraße wie aus einem Guss. Beiden gemeinsam ist es, dass sie die Kleinteiligkeit der benachbarten Altstadt aufgreifen.

Ein Hotel im alten Gefängnis? Ein Entwurf sieht vor, das Gebäude in seiner Substanz vollständig zu erhalten und – mit einem Anbau versehen – als Hotel zu nutzen. Eine Häuserzeile mit „Town-Häusern“ schließt sich entlang der Kleinen Allee an, die ihren Charakter und die Bäume möglichst behalten soll.

Beide Siegerentwürfe setzen auf Höfe, kleine grüne Oasen mitten in der Stadt. Die Moerserinnen und Moerser sollen ihr neues Quartier von Nord nach Süd und Ost nach West durchqueren können. Der Entwurf des Architektenbüros Mulleners und Mulleners aus Amsterdam ist mit dem Titel „Sieben Höfe“ umschrieben, lebt von der „Intimität der Plätze“.

Gefängnishof als zentraler Platz

Der Entwurf des Architekturbüros Mäckler aus Frankfurt stellt den ehemaligen Gefängnishof als zentralen Platz in den Mittelpunkt. Das Tersteegenhaus und das alte Gefängnis sollen in ihrer Substanz erhalten bleiben. Beide Entwürfe versuchen so weit wie möglich auf Tiefgaragen zu verzichten.

„An diesen beiden Entwürfen kann man sich orientieren“, so Bürgermeister Christoph Fleischhauer zu Beginn der Präsentation. Es bedeute jedoch nicht, dass man alles so umsetzen könne, wie die Architekten es vorschlagen. Es sei vielmehr ein Prozess, der sich sicherlich über die nächsten Jahre hinziehen werde.

Thorsten Kamp. Technischer Beigeordneter der Stadt Moers und ausgewiesener Kenner ihrer Baugeschichte, sieht die Möglichkeit, „ein Stück Altstadt weiterzubauen“. Beide Entwürfe ließen sich umsetzen, beide hätten Chancen am Markt. Er gab indes zu bedenken, dass man „mit jedem Spatenstich knietief in der Geschichte stecke“ und die Archäologen sicher ein Wörtchen mitzureden hätten, falls auf diesem Gelände in unmittelbarer Nähe des Schlosses gebaut würde.

Zudem gelte es, für das Arbeitsamtsgebäude an der Hanckwitzstraße einen alternativen Standort in der Innenstadt zu finden. Immerhin wird ja bald das Finanzamt an der Unterwallstraße frei...

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