Stadtentwicklung

Handel: Moerser Innenstadt muss gut erreichbar bleiben

Foto: Hans Blossey

Moers.   Verband verfolgt die Diskussion um mögliche Sperrung des Neuen Walls für den Individualverkehr und die Verlagerung der Busse vom Kö mit Skepsis.

Der Einzelhandel drängt auf ein städtebauliches Konzept für den Königlichen Hof und den Neuen Wall. Jegliche Planung sollte berücksichtigen, dass die Innenstadt gut erreichbar bleibe, sagte am Donnerstag Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes, an die Adresse von Politik und Verwaltung.

Die Idee der Stadtplaner, die historische Wall- und Grabenanlage wieder erlebbar zu machen, findet der Handel prinzipiell gut, weil es Moers von anderen Städten unterscheidbar mache. Alleinstellungsmerkmale seien wichtig, es dürfe sie aber nicht um jeden Preis geben, so Bommann. So sehe man die in diesem Zusammenhang diskutierte Sperrung des Neuen Walls für den Individualverkehr und die Verlagerung des Busbahnhofs vom Kö dorthin skeptisch: „Wir wollen genau wissen, wo die Verkehre im Fall einer Sperrung hingehen. Autofahrer, ÖPNV-Nutzer, Radler und Fußgänger müssen gleichrangig behandelt werden.“

Zentrale Parkplätze für eine attraktive Innenstadt

Im Übrigen seien Parkplätze in zentraler Lage für die Geschäfte und damit für eine attraktive Innenstadt notwendig. Bommann bringt deshalb erneut den Bau eines Parkhauses im Bereich des ehemaligen Hafthauses ins Spiel, zumal der Kastellplatz immer wieder wegen Veranstaltungen gesperrt werde.

Zufrieden zeigt sich der Handelsverband mit der Entwicklung auf dem früheren Horten-Grundstück, wo, wie berichtet, 120 Wohnungen und 800 Quadratmeter Geschäftsfläche sowie ein Hotel auf dem Parkplatz gegenüber entstehen sollen. Hier könne man mit positiven Auswirkungen auf die östliche Innenstadt rechnen. Allerdings hoffe man auch, erklärte Wilhelm Bommann weiter, dass Ende Februar oder März klar werde, wann die Bauarbeiten beginnen. Bedauerlich sei der Wegzug des Finanzamtes. Damit gehe der Moerser Innenstadt wichtige Kaufkraft verloren.

Kaufleute sollen sich in die Politik einbringen

Wilhelm Bommann ruft eindringlich dazu auf, die gewachsenen Innenstädte, Stadtteile und Stadtteilzentren der Region zu stärken. Er richtet sich aber nicht nur an Politik und Verwaltungen, sondern auch an die Kaufmannschaften. Angesichts des drohenden Zerfalls des Moerser Werberings gewinnt sein Appell besondere Brisanz. Es stärke das kommunale Selbstbewusstsein, „wenn sich die Kaufmannschaft in die Lokalpolitik einbringt.“

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