Coronavirus

Handelsverband Niederrhein zur Krise: „Es ist die Hölle“

Merkel verkündet strenge bundesweite Maßnahmen gegen Coronavirus

Die Auswirkungen der Corona-Krise in Deutschland nehmen immer drastischere Formen an. Die Versammlungsfreiheit wird ab Montag bundesweit massiv eingeschränkt - Kontakte von mehr als zwei Menschen im öffentlichen Raum sind dann verboten. Dies teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntagabend nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder mit.

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Moers/Niederrhein.  Handelsverbandsgeschäftsführer Wilhelm Bommann spricht über Angst und Unsicherheit der Verbandsmitglieder. Er hofft auf schnelle Finanzhilfen.

Noch nie dürften Angst und Unsicherheit im Handel größer gewesen sein als in diesen Tagen. Das merkt auch Wilhelm Bommann. „Es ist die Hölle“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niederrhein, „wir haben hier eine Telefonkonferenz nach der nächsten.“

Die Existenzängste der rund 800 Mitglieder des Handelsverbandes bezeichnet Bommann, der mit drei Kolleginnen und Kollegen noch immer in Vollzeit arbeitet, als „extrem“. Niemand könne auch nur ansatzweise ahnen, wie lange der wirtschaftliche Stillstand im Land noch anhalte. So etwas habe man schließlich noch nie erlebt.

Händler können jetzt Kurzarbeitergeld beantragen

Dementsprechend groß ist die Ungewissheit bei den Händlern. Und auch die Unwissenheit, wie in dieser Situation zu verfahren ist. Welche Hilfen es jetzt gibt. Jedoch: „Einige Dinge können wir unseren Mitgliedern schon an die Hand geben“, sagt der Geschäftsführer. Zum Beispiel könne man den Umgang mit dem Kurzarbeitergeld erklären.

„Diese Möglichkeit gab es für den Handel früher nämlich nicht“, sagt Bommann, der jetzt auch auf den Rettungsschirm in Höhe von 25 Milliarden Euro hofft, den NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in der vergangenen Woche gespannt hat. „Anscheinend haben jetzt auch alle kapiert, wie wichtig das ist.“

Allerdings, so Wilhelm Bommann weiter, müsse das Geld jetzt auch schnell und unbürokratisch an die verschiedenen Branchen verteilt werden. Schließlich seien immer zur Monatsmitte Sozialbeiträge und Vorauszahlungen fällig. Generell könne er auch nur dazu raten, Steuerstundungen und ein Aussetzen der Vorauszahlungen zu beantragen. Auch zu unverzüglichen Gesprächen mit der Hausbank, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken, empfiehlt der Geschäftsführer dringend.

„Irgendwie kommen einem da schon die Tränen“

„Wir informieren und versuchen zu helfen“, sagt Wilhelm Bommann, der nur zu gut weiß, dass jede Hilfe und jede Information nur teilweise über die Angst hinweghelfen können, die momentan nicht nur die Handelsbranche im Land erfasst hat.

Allerdings wird einem dort, gemeinsam mit der Gastronomie-Branche, die Auswirkungen der Corona-Pandemie am deutlichsten vor Augen geführt. Dazu müsse man nur durch die teils menschenleeren Innenstädte gehen, so Bommann. „Irgendwie kommen einem da schon die Tränen.“

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