Charity

Hilfe für junge Familien am Niederrhein

Sassa von Roehl und Antje Bandemer vom Bunten Kreis.

Sassa von Roehl und Antje Bandemer vom Bunten Kreis.

Foto: FUNKE Foto Services

Am Niederrhein.   Bewegen hilft: Auch der Bunte Kreis soll in diesem Jahr von der großen Charity-Aktion im September unterstützt werden

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Sie heißen Felix, Emma, Celine, Max, Jonas und Evelyn. Süße, quirlige, kleine Wonneproppen, die eines gemeinsam haben: Sie kamen viel zu früh auf diese Welt und brauchten von der ersten Sekunde an eine ganz besondere Zuwendung. Emma wurde mit einem Gendefekt geboren, sie hatte keine Kraft, um selbst ausreichend zu trinken. Deswegen braucht sie eine Magensonde. Sieben Wochen lang lag der kleine Wurm auf der Intensivstation.

Evelyn atmete in den ersten Tagen nicht allein. Andere Kinder haben Hirnkrämpfe, Herzfehler oder andere seltenere Krankheiten. Auch sie verbrachten Wochen auf der Intensivstation, bevor die Ärzte sie mit ihren Müttern und Vätern nach Hause geben konnten. Für die Eltern ein Kraftakt. Emotional. Körperlich. Seelisch.

Die permanente Sorge um den Nachwuchs, sie kennt keinen Tag und keine Nacht. An Schlaf ist bei den Eltern nicht zu denken, wenn sie nachts jede Stunde nach ihrem Baby schauen müssen. Hier ist der Bunte Kreis Duisburg Niederrhein und westliches Ruhrgebiet eine große Hilfe. Antje Bandemer und ihre Kolleginnen helfen den Eltern auf dem Weg aus der Klinik nach Hause. Sie sind Ansprechpartnerinnen und Koordinatorinnen, sie bringen die Eltern auf den Weg, sich selbst mit der Situation zurechtzufinden.

„Wir lernen die Familien in der Klinik kennen“, erzählt Antje Bandemer. Die Familien entscheiden frei, ob sie die Hilfe annehmen wollen. Was in den meisten Fällen so ist. „Da kommt ja so viel Kompetenz in die Familie“, sagt Dr. Sassa von Roehl, die für die Öffentlichkeitsarbeit beim Bunten Kreis zuständig ist. Die Mitarbeiterinnen sind ausgebildete Kinderkrankenschwestern mit Erfahrung und diversen Zusatzqualifikationen.

Weit vernetzt

Sie bereiten schon vor der Entlassung die medizinischen Notwendigkeiten für die Zeit zu Hause vor, kümmern sich um Medikamente, um Spezialbettchen, sofern die notwendig sind, gehen mit den Eltern Besonderheiten bei der Nahrungsaufnahme durch. Sie begleiten die Eltern mit ihren Kindern zum Kinderarzt, zur Therapie, zu den Impfungen. Kurzum: Sie fangen die Eltern mit all ihren Unsicherheiten und Sorgen auf und helfen ihnen, sich mit ihrem kranken Kind im Alltag zurechtzufinden.

In der Regel werden etwa 20 Stunden von den Krankenkassen gewährt. Heißt: Die Begleitung durch den Bunten Kreis kann rund drei Monate gewährleistet werden. Sassa von Roehl: „Die Aufgabe ist, dem Kind den bestmöglichen Start zu ermöglichen.“ Rund 180 Familien haben im vergangenen Jahr Hilfe vom Bunten Kreis bekommen. In diesem Jahr prognostiziert der Verein ebenso viele.

Als der Bunte Kreis gegründet wurde, sei es noch schwierig gewesen, da das Modell nicht bekannt war, erinnert sich Antje Bandemer, die zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zählt. Mittlerweile ist der Bunte Kreis weit vernetzt. Mit Hebammen, Ärzten, Kliniken, Kinderbetreuungseinrichtungen – und Therapeuten. Wenn die gemeinsame Sorge um das kranke Kind zur Entfremdung führt und das Paar auf der Strecke bleibt, schauen Antje Bandemer und ihre Kolleginnen auch da hin. Und vermitteln an andere Institutionen.

Ihre Hilfe ist weit verzweigt – bis zum Kinderhospiz. „Wir gehen mit den Familien jeden Weg“, betont Antje Bandemer. „Oft reicht die Zeit nicht“, sagt sie über die Arbeit in den Familien. Das Kümmern hört dann trotzdem nicht auf.

Ausbildung und Pflege

Das alles muss natürlich ebenso bezahlt werden wie die Anfahrten und die Zusatzausbildungen für die Krankenschwestern sowie die Krabbelgruppen, die sich mittlerweile gegründet haben. Dazu ist der Verein auf Spenden angewiesen und freut sich natürlich, in diesem Jahr zu den Begünstigten von Bewegen hilft zu gehören.

Der Verein beschäftigt Teilzeitkräfte. Ehrenamtler (wie die Flinken Nadeln) sind in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv.

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