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Honorarkonsul repräsentiert ein Stück Mali in Kamp-Lintfort

Konsul Bernd Schulz.

Konsul Bernd Schulz.

Foto: Arnulf Stoffel

Kamp-Lintfort   Seit fast 20 Jahren ist Bernd Schulz Honorarkonsul von Mali. Dem Wahl-Kamp-Lintforter liegen die Kinder des Staates besonders am Herzen.

Wenn Bernd Schulz an Mali denkt, dann an ein Land voller Musik, Tanz und Spaß. Der 73-Jährige ist seit 20 Jahren der nordrhein-westfälische Honorarkonsul des afrikanischen Landes. Aber nicht in Düsseldorf oder Köln, sondern in Kamp-Lintfort hat der bekennende Afrika-Liebhaber sein Büro.

Bereits als kleiner Junge war Bernd Schulz begeistert von der Tiervielfalt in Afrika, verschlang Bücher und kaufte sich in seinem ersten Jahr am Gymnasium sein erstes kleines Nilkrokodil, wie er berichtet. Es folgten Schlangen und Echsen und das Verlangen, nach Kamerun zu reisen, wurde immer stärker.

Besuch beim deutschen Konsul in Kamerun

Nach dem Abitur ging Bernd Schulz aber zunächst zur Bundeswehr, bis es kurz vor seinem 20. Geburtstag endlich soweit war – die Reise nach Kamerun stand bevor.

In Afrika selbst besuchte der junge Soldat den deutschen Konsul, mit dem er sich von Anbeginn an verstand. Sie feierten seinen 20. Geburtstag zusammen, und durch ihn lernte Bernd Schulz nicht nur interessante Menschen kennen, sondern erwarb auch einige afrikanische Masken und Figuren.

Kunsthändler in Deutschland wurden aufmerksam

Das war nicht nur der Beginn einer sehr innigen Freundschaft zum deutschen Konsul, sondern auch zur Leidenschaft für afrikanische Kunst, die zu dieser Zeit sehr selten in Deutschland zu finden war.

Das rief auch hierzulande einige interessierte Kunsthändler auf den Plan, und Schulz’ Afrikareisen hatten nicht mehr alleine den Sinn und Zweck, die Schönheit dieses Landes zu erforschen, sondern auch, afrikanische Kunst mit nach Deutschland zu bringen.

Malischer Boden

Im März 1965 betrat Bernd Schulz schließlich das erste Mal auch malischen Boden und lernte auf einem Empfang der deutschen Botschaft den damaligen Präsidenten S.E. Mobido Keita und dessen Frau kennen, die sich sehr für die Sammlungen des jungen Mannes interessierten und Bernd Schulz in den Präsidentenpalast einluden. In dieser Zeit entstand der enge Kontakt nach Mali.

Da kam es auch nicht überraschend, als der damalige Botschafter Ousmane Dembele ihn 1997 bat, Honorarkonsul von Mali in Nordrhein-Westfalen zu werden. Eine Aufgabe, die man sicherlich nicht leichtfertig annimmt.

Erst nach einer Bedenkzeit zugesagt

Bernd Schulz bat um Bedenkzeit, redete mit seiner Familie und holte sich Rat bei Dr. Werner Hoyer, einem guten Freund und damaligen Staatsminister im Auswärtigen Amt.

Aber die Liebe für Mali und das Wissen um die guten Beziehungen zu diesem Land, ließen Bernd Schulz den Entschluss fassen, das Angebot anzunehmen.

Er ist der Repräsentant der Republik Mali

Im Mai 1998 war Bernd Schulz dann offiziell Honorarkonsul von Mali. Aber was macht eigentlich ein Honorarkonsul und warum schien dem damaligen Botschafter ausgerechnet Bernd Schulz geeignet dafür? Ein Honorarkonsul repräsentiert nicht nur die Republik Mali in Nordrhein-Westfalen, sondern hat auch die Aufgabe, Wirtschaftskontakte und den Kultur- und Bildungsaustausch zu fördern.

Durch seine Kunstsammlung und die engen freundschaftlichen Kontakte nach Mali ist Bernd Schulz schon Jahre vor seiner Ernennung zum Konsul von den Menschen in Mail sehr geschätzt worden. Allerdings musste er als Honorarkonsul auch seine Freiheiten in Mali einschränken.

Die Gefahr, entführt zu werden

„Es ist so, als würde der Präsident eines Landes nach Deutschland kommen. Man ist gefährdeter als normale Bürger. Wenn man einen Konsul entführt, dann ist die Tragweite größer“, erklärt Schulz.

Aber nicht nur die durch Salafisten und andere kriminelle Gruppen herbeigeführte Gefahr begrenzt Schulz in seinem Amt, durch seine vielen Reisen blieben auch Malaria-Infektionen nicht aus. Dreimal, so berichtet er, habe er sich mit Malaria tropica, der bösartigsten Malaria-Form, infiziert.

Herzensprojekte

In seiner Eigenschaft als Honorarkonsul liegen dem gebürtigen Berliner viele Projekte am Herzen, die er fördert oder auch selbst ins Leben gerufen hat.

Eine wichtige Initiative für Bernd Schulz ist der Verein Identität für Kinder in Mali, den er 2006 ins Leben gerufen hat um Kindern zu helfen, die keine Geburtsurkunde haben und somit von ihrem Recht, zur Schule zu gehen, nicht Gebrauch machen können.

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